Bauma startet 

China: Vom Kunden zum Konkurrenten

München - Bau- und Baumaschinenbranche sind im globalen Maßstab derzeit auf der Sonnenseite. China wird für deutsche Anbieter aber zunehmend zum Problem.

China gilt bislang für deutsche Exportindustrien als willkommener Ausgleich zur Talfahrt von EU-Krisenmärkten. Die Bau- und Baumaschinenbranche zeigen, wie schnell der politisch geprägte Boommarkt China auch zum Problem werden kann. 2012 ist der dortige Baumaschinenmarkt nicht nur um ein Viertel eingebrochen, bedauerte der Präsident des deutschen Branchenverbands VDMA, Thomas Lindner, zum Auftakt der Bauma. Die bisherigen Kunden werden auch zu Konkurrenten. Bei Standardmaschinen seien sie schon zum ernsten Wettbewerber der deutschen Schlüsselindustrie geworden. Das zeigt sich auch auf der Bauma: Nach Deutschland und Italien steht China bei der Zahl der Aussteller mit 323 auf dem dritten Rang.

Nun greifen die neuen Rivalen aber immer mehr auch nach Hightech, wie die Übernahmen der in ihren Bereichen marktführenden Baumaschinengruppen Putzmeister und Schwing zeigten. Den Betonpumpenbauer und den Betonmischerhersteller haben 2012 jeweils Chinesen geschluckt. „Eine sehr intelligente und gefährliche Strategie“, findet Lindner mit Blick auf konkurrierende deutsche Exportfirmen.

In der verwandten Baubranche hat China den heimischen Markt für ausländische Konkurrenten seit 2011 komplett geschlossen, beschreibt der Präsident des heimischen Bauindustrieverbands, Thomas Bauer die Lage. Auch in der Baumaschinenbranche könne es dazu kommen, warnt Kollege Lindner.

In Europa hat die chinesische Bauindustrie dagegen jetzt erstmals versucht, mit heimischem Billigpersonal Fuß zu fassen. Beim Werben um ein Straßenbauprojekt in Polen sind die Chinesen zwar gescheitert. In Afrika aber haben sich chinesische Bauunternehmen bereits eine dominante Position gesichert und Europäer verdrängt, auch um an dortige Bodenschätze zu kommen.

Das dort von Chinesen bei Bauaufträgen praktizierte Lohndumping lasse sich wohl nicht auf Europa übertragen, hofft Bauer und vertraut auf europäisches Wettbewerbs- und Arbeitsrecht. Dennoch rechnet er am Bau künftig mit Konkurrenz aus China.

„Der zweite Anlauf wird kommen“, schätzt der Verbandschef. Vor allem weil der deutsche Binnenmarkt am Bau und für Hersteller dazu nötiger Maschinen krisenresistent wie nie ist, bleiben die beiden deutschen Schwesterbranchen insgesamt zuversichtlich.

In Deutschland boomt derzeit der Wohnungsbau, während bei Energiewendeprojekten Flaute herrscht. Am wichtigen Exportmarkt USA wiederum setzen deutsche Firmen auf einen Wachstumsschub, weil das dortige Straßen- und Schienennetz marode ist und modernisiert werden muss. Ähnliches gilt für Russland. 2013 soll der Umsatz mit Baumaschinen deshalb konstant bei 12,5 Milliarden Euro bleiben, schätzt der VDMA.

Die heimische Bauindustrie geht von einem leicht wachsenden Auslandsgeschäft in Höhe von rund 30 Milliarden Euro aus. Das ist nach Verbandsangaben ein Weltmarktanteil von neun Prozent, der sonst nur noch von der französischen Baubranche erreicht wird.

Bauma 2013

Bis 21. April auf der Neuen Messe München.

Öffnungszeiten:

9.30 - 18.30 Uhr. Samstag ab 8.30 Uhr. Sonntag bis 16.30 Uhr

Ticketpreise:

Ein Tag: 26 (online 20) Euro,drei Tage: 52, (online 43) Euro, ermäßigt: 13 Euro.

Anreise

U-Bahn: U2 Messestadt West/Ost

S-Bahn: S 2 Riem, 15 Minuten Fußweg

Pkw: Shuttle-Service von ausgeschilderten Parkflächen in Feldkirchen und Aschheim sowie am Wochenende vom BMW Parkhaus am Hart, Knorrstrraße 147, und am Samstag vom Parkhaus an der Allianz Arena.

Informationen:

Tel. 089 / 949 - 113 48

www.bauma.de

Von Thomas Magenheim-Hörmann

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