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Zur Eröffnung der Plenarsitzung des Volkskongresses hatte sich Chinas Premier besorgt über die Verschuldung der Unternehmen geäußert. Foto: Ng Han Guan

Volkskongress

China sieht Staatsverschuldung unter Kontrolle

Experten warnen vor Chinas rasant steigender Verschuldung. Der Finanzminister sieht alles im grünen Bereich. Doch gilt das auch für die mit hohen Krediten beladenen Unternehmen im Land?

Peking (dpa) - China ist Bedenken entgegengetreten, wonach hohe Schulden zu einer Gefahr für die zweitgrößte Volkswirtschaft werden könnten. Die Verschuldung sei "kontrollierbar", sagte Chinas Finanzminister Xiao Jie am Rande des Volkskongresses in Peking.

Verglichen mit internationalen Standards habe die Regierung sogar noch "gewisse Spielräume", um weitere Schulden aufzunehmen. Mit einer Schuldenquote von 36,7 Prozent der Wirtschaftsleistung seien die Verbindlichkeiten der Zentralregierung im Vergleich zu anderen Ländern noch relativ niedrig. Sorgen bereiten Beobachtern jedoch seit langem die rasant steigenden Schulden chinesischer Unternehmen.

Erst im Januar hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) in einem Bericht gewarnt, dass die Kreditvergabe an Firmen dringend gezügelt werden müsse. Mehr als die Hälfte der Schulden entfielen auf ineffiziente Staatsunternehmen, die so am Leben gehalten würden. Schätzungen zufolge belief sich die Gesamtverschuldung Chinas, die neben den Verbindlichkeiten der Zentral- und Lokalregierungen auch die Schulden der Unternehmen umfasst, so zuletzt bereits auf 258 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Auch die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) warnte bereits im vergangenen Jahr vor hohen Verlusten, die Banken durch faule Kredite drohen. Chinas Finanzinstitute könnten aufgrund notleidender Kredite von 2020 an bis zu 11,3 Billionen Yuan (1,5 Billionen Euro) frisches Kapital benötigen, sofern die Schuldenexzesse im Unternehmenssektor sich nicht abschwächen sollten. 

Bisher getroffene Maßnahmen der Regierung überzeugen nur bedingt. Um die Verbindlichkeiten der Unternehmen zu drücken, hatte Peking im vergangenen Jahr etwa einen Plan vorgelegt, wonach Staatsbanken den Firmen Teile ihrer Schulden erlassen und dafür eine Beteiligung an ihnen erhalten sollen. Kritiker sehen in der Maßnahme vor allem ein Spiel auf Zeit: Der Schuldenabbau bringe dauerhaft nur etwas, wenn die Unternehmen auch wieder profitabel werden.

Zur Eröffnung der Plenarsitzung des Volkskongresses am Sonntag hatte sich auch Chinas Premier Li Keqiang besorgt über die Verschuldung der Unternehmen geäußert, die "schrittweise auf ein akzeptables Niveau gebracht" werden müssten. 

Gleichzeitig kündigte der Premier jedoch an, das Haushaltsdefizit im Vergleich zum Vorjahr auf 2,38 Billionen Yuan (324 Mrd Euro) anheben zu wollen. Die Neuverschuldung wird demnach weiterhin drei Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen, was allgemein als kritische Schwelle angesehen wird.

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