China und EU in der Textilkrise

- Peking - China und die EU haben noch keinen Ausweg aus der Krise um chinesische Textileinfuhren gefunden, die sich in Europas Zollhäfen stapeln. Auch der vierte Tag der intensiven Verhandlungen in Peking brachte keinen Durchbruch, wie Delegationskreise am Sonntag berichteten. Die Gespräche werden am Montag fortgesetzt. Die Experten suchen eine Lösung für Millionen von Pullovern, Hosen, Blusen, TShirts und andere bezahlte Textilien, die der Zoll nicht an europäische Händler aushändigen kann, weil die im Juni eingeführten Einfuhrquoten für dieses Jahr bereits ausgeschöpft sind.

Die Gespräche gestalten sich schwierig, weil zunächst die genauen Mengen festgestellt werden müssen. Dann muss verhandelt werden, ob es - wie von China gefordert - zu einer Quotenerhöhung kommt, welche Textilien einbezogen werden oder ob Quoten vom nächsten Jahr vorgezogen werden könnten. Europäische Textilhändler wollen Lieferungen, die vor dem im Juni erlassenen neuen Quotensystem vereinbart worden waren, ausgenommen wissen.

Nach der Abschaffung des alten Quotensystems im internationalen Textilhandel zum Jahresanfang waren die Exporte aus China derart gestiegen, dass auf Druck einiger EU-Staaten wie Frankreich, Spanien und Italien neue Begrenzungen eingeführt worden waren, um deren Textilindustrien zu schützen. Der Anstieg wurde im Juni auf 8 bis 12,5 Prozent bis 2007 begrenzt. Doch sind die Quoten von acht der zehn Kategorien heute schon erschöpft. Deutschland, die Niederlande, Schweden, Finnland und Dänemark haben die Quoten kritisiert.

Die USA, die Schutzmaßnahmen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) ergriffen haben, werden am Dienstag und Mittwoch in einer neuen Verhandlungsrunde in Washington versuchen, ähnlich wie die EU ein Quotensystem mit China auszuhandeln. Chinas Außenhandelsministerium sah aber noch "beträchtliche Differenzen in einigen Grundsatzfragen", wie die Nachrichtenagentur Xinhua schrieb. Die letzte Gesprächsrunde am 17. August in San Francisco hatte keine Einigung gebracht.

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