Kim will Atomstätten schließen, Inspekteure zulassen - und überrascht mit Olympiabewerbung

Kim will Atomstätten schließen, Inspekteure zulassen - und überrascht mit Olympiabewerbung
+
China will die Elektromobilität im Lande weiter forcieren.Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Ab 2019

China führt 2019 Produktionsquote für E-Autos ein

Seit Monaten zittern deutsche Autobauer vor einer geplanten Quote für Elektroautos in China. Nun gibt es Gewissheit: Die neue Regel kommt - allerdings ein Jahr später als zunächst vorgesehen.

Peking (dpa) - Die chinesische Regierung macht ernst mit ihrer Quote für Elektroautos.

Von 2019 an sollen Autobauer im Land verpflichtende Mindestziele für den Anteil alternativer Antriebe in Produktion und Verkauf einhalten, wie das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie am Donnerstag in Peking mitteilte.

So sollen Autobauer, die mehr als 30 000 herkömmliche Fahrzeuge jährlich produzieren oder importieren, bestimmte Anteile über ein sogenanntes Punktesystem erfüllen.

Für reine Elektroautos bekommen die Hersteller demnach mehr Punkte gutgeschrieben als für Hybridmotoren, auch für höhere Reichweiten soll es mehr Punkte geben. 2019 sollen die Autobauer eine 10-Prozent-Quote in China erfüllen, von 2020 an dann 12 Prozent.

Schafft ein Hersteller die Vorgaben nicht, muss er entweder Punkte von anderen Firmen kaufen oder Strafen zahlen. Mit einer entsprechenden Regelung wurde in Peking schon länger gerechnet, ursprünglich sollte sie schon von 2018 an gelten.

Dafür war eine Quote von zunächst 8 Prozent im Gespräch gewesen. Die deutsche Regierung hatte sich in Gesprächen mit Peking um eine Entschärfung der drohenden harten Vorgaben bemüht.

Eine frühere Einführung hätte die deutschen Autobauer Volkswagen, Daimler und BMW - für sie ist China der größte Einzelmarkt - noch stärker unter Druck gesetzt. Auch so ist die neue Vorgabe der Regierung ein Problem für die Autobauer. Die in China aus dem Boden schießenden Newcomer in der Automobilindustrie setzen von Anfang an stärker auf Elektroantriebe. 

Große deutsche Autobauer in China sind schon längst dabei, sich auf die neuen Vorschriften vorzubereiten. Es wurde aber beklagt, dass beispielsweise für die Elektroautos nur Batterien chinesischer Hersteller benutzt werden dürfen, um in dem neuen chinesischen System auch als Elektroauto angerechnet zu werden.

"Das haben sie ganz geschickt gemacht", sagte ein Stratege eines großen deutschen Autounternehmens. "Es gibt eine Liste, welche Batterien benutzt werden dürfen. Aber da kommen nur chinesische Hersteller drauf." 

Ein Manager eines anderen deutschen Herstellers sagte: "Ich bin gerade viel unterwegs. Wir müssen jetzt schnell die Batterien verschiedener chinesischer Produzenten prüfen." Ein Branchenkenner nannte die Beschränkungen einen Versuch, "ausländische Wettbewerber aus dem Rennen zu werfen".

BMW begrüßte den Schritt in einer Stellungnahme als Maßnahme zur Entwicklung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben (NEV). Der Autobauer betonte, das Unternehmen trage bereits zur Förderung der Elektromobilität in China bei und werde seine E-Auto-Strategie nun weiter vorantreiben. Ein Daimler-Sprecher sagte: "Wir schauen uns die Regularien im Detail an."

Dank staatlicher Subventionen beim Kauf eines E-Autos ist das Reich der Mitte zum größten Markt für Elektrofahrzeuge aufgestiegen. Mehr als eine halbe Million Autos mit alternativen Antrieben waren Ende 2016 bereits auf chinesischen Straßen unterwegs.

In vielen luftverschmutzten Millionenstädten des Landes herrschen bereits strenge Zulassungsbeschränkungen für Verbrennungsmotoren.​ Auch hatte Peking zuletzt ein komplettes Verbot von Verbrennungsmotoren ins Spiel gebracht, sich aber auf einen Zeitplan noch nicht festgelegt.

Mitteilung (Chinesisch)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Aldi: Eine Frau erlebt eine böse Überraschung mit Fotobuch
Im Fotobuch von Aldi wollte eine Frau ihre Erinnerungen festhalten. Doch was sie bekommt, gefällt ihr überhaupt nicht: Das gelieferte Buch ist leer, die Fotos fehlen.
Aldi: Eine Frau erlebt eine böse Überraschung mit Fotobuch
Nutzfahrzeugmesse IAA zeigt Zukunft der Transportbranche
Hannover (dpa) - Staus und gefühlt immer mehr Lkw-Unfälle auf den Autobahnen, mehr Paket-Lieferanten in den Innenstädten und die Angst vor Diesel-Fahrverboten: Der …
Nutzfahrzeugmesse IAA zeigt Zukunft der Transportbranche
Tesla: US-Strafermittler wollen mehr Informationen zu Musks Aktien-Tweet
Die überraschende Ankündigung von Tesla-Chef Elon Musk, den Elektroauto-Hersteller von der Börse nehmen zu wollen, ist ins Blickfeld von Strafermittlern geraten.
Tesla: US-Strafermittler wollen mehr Informationen zu Musks Aktien-Tweet
EU-Steuerstreit: Apple legt 14 Milliarden Euro zur Seite
Der iPhone-Hersteller Apple hat im Steuerstreit mit den Wettbewerbshütern der EU mehr als 14 Milliarden Euro auf einem Treuhandkonto hinterlegt.
EU-Steuerstreit: Apple legt 14 Milliarden Euro zur Seite

Kommentare