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Das Wachstum dürfte auch einen Dämpfer bekommen haben, weil viele Fabriken den Betrieb herunterfahren mussten, um die Luftqualität zu verbessern. Foto: Ole Spata/Archiv

Trotz Abwertung der Währung

Chinas Außenhandel fällt drastisch

Peking - Der chinesische Drache lahmt. Seit Jahresanfang geht der Außenhandel massiv zurück, was auch Deutschlands Exporteure zu spüren bekommen. Die Aussichten sind schlecht. Bremst sich Chinas Wachstum weiter ab?

Trotz der Abwertung der chinesischen Währung ist Chinas Außenhandel im September wieder stark um 8,8 Prozent eingebrochen.

Als Zeichen für die lahmende Binnenkonjunktur der zweitgrößten Volkswirtschaft fielen die Importe den elften Monat in Folge - diesmal sogar um 17,7 Prozent im Vorjahresvergleich, wie die Zollverwaltung in Peking mitteilte.

Der Exportrückgang ist mit 1,1 Prozent langsamer als im Vormonat, zeigt aber unverändert sinkende globale Nachfrage nach Waren "Made in China". Experten sagen in China daher für dieses Jahr ein langsameres Wirtschaftswachstum voraus, worunter auch die deutsche Exportwirtschaft leiden werde.

Seit Jahresanfang sank Chinas Außenhandelsvolumen um 7,9 Prozent auf 17,87 Billionen Yuan (2,48 Billionen Euro). Das Handelsdefizit machte in den neun Monaten mit 82,1 Prozent einen Sprung auf 2,61 Billionen Yuan (326 Milliarden Euro). Die Exporte fielen um 1,8 Prozent auf 10,24 Billionen Yuan, während die Einfuhren sogar um 15,1 Prozent auf 7,63 Billionen Yuan zurückgingen - ein Hinweis auf das abgebremste Wachstum und die schwächere Nachfrage nach Rohstoffen.

Nach sieben Prozent Wachstum in der ersten Jahreshälfte dürfte Chinas Wirtschaftsleistung im dritten Quartal laut einer Umfrage unter Ökonomen nur um 6,8 Prozent zugelegt haben, schrieb das "Wall Street Journal". "Die gesamte heimische Nachfrage bleibt im dritten Quartal schwach, was auf eine Verlangsamung des Wachstums hindeutet", schrieb auch die australische ANZ-Bank, die sogar nur 6,4 Prozent Zuwachs im dritten Quartal vorhersagt.

Die Regierung strebt im gesamten Jahr ein Wachstum von "rund sieben Prozent" an - so wenig wie seit 25 Jahren nicht mehr. Das Ziel gerät aber weiter in Gefahr, da Außenhandel, Industrieproduktion und Anlageinvestitionen nicht schnell genug zulegten. Die Wachstumszahlen für das dritte Quartal legt das Statistikamt am kommenden Montag vor. Im vergangenen Jahr war China noch um 7,4 Prozent gewachsen.

Als Reaktion auf die schlechten Handelszahlen Chinas notierte die Börse in Tokio deutlich schwächer. Nach einem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende gab der Nikkei-Index um 1,11 Prozent nach. Der breit gefasste Topix büßte 0,79 Prozent ein.

Der Rückgang der Ausfuhren fiel im September angesichts der Abwertung der chinesischen Landeswährung Yuan (Renminbi) niedriger als erwartet aus. Die Auswirkungen dürften im vierten Quartal noch stärker zu spüren sein, sagte die Zollverwaltung voraus. Während sich Chinas Ausfuhren in die USA im September um 6,7 Prozent erholten, lagen sie in die Europäische Union mit 0,2 Prozent im Minus. Nach Japan exportierte China sogar 4,6 Prozent weniger.

Chinas Wirtschaftswachstum dürfte im dritten Quartal auch einen Dämpfer bekommen haben, weil viele Fabriken wegen der Leichtathletik-Weltmeisterschaft und den Feiern mit der größten Militärparade in der Geschichte der Volksrepublik am 3. September in Peking wochenlang schließen oder den Betrieb herunterfahren mussten, um die Luftqualität in der Hauptstadt zu verbessern.

Experten rechneten aber damit, dass Investitionen in die Infrastruktur in den kommenden Monaten wieder zulegen werden, weil die Regierung die Konjunktur ankurbeln will.

Wall Street Journal

dpa

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