Chinas Wirtschaft wächst um fast zehn Prozent

- Peking - Von solchen Wachstumsraten können die Deutschen trotz Konjunktur-Aufhellung nur träumen: Chinas Wirtschaft wuchs im vergangenen Jahr dank hoher Auslandsinvestitionen und eines regen Außenhandels um 9,9 Prozent im Vergleich zu 2004. Der Direktor des Statistikamtes, Li Deshui, sprach am Mittwoch in Peking von einem "relativ ausgeglichenen" Wachstum.

Die Ausfuhren der drittgrößten Handelsnation legten um 28 Prozent auf 762 Milliarden US-Dollar zu, während die Einfuhren um 17,6 Prozent auf 660 Milliarden stiegen. Der Handelsüberschuss erreichte einen neuen Rekord von 102 Milliarden US-Dollar (83,1 Mrd Euro).

Chinas Devisenreserven stiegen um 208 Milliarden auf 818 Milliarden US-Dollar. Realisierte ausländische Investitionen lagen mit 60 Milliarden nur um 0,5 Prozent unter Vorjahresniveau. Die Anlageinvestitionen stiegen mit 25,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr weiter kräftig. Die Verbraucherpreise erhöhten sich um 1,8 Prozent. Die Industrieproduktion wurde um 11,4 Prozent ausgeweitet.

Die Kluft zwischen Stadt und Land wurde allerdings noch ein Stück größer. Die Einkommen in den Städten wuchsen mit 9,6 Prozent wieder deutlich schneller als auf dem Land mit 6,2 Prozent. In ländlichen Regionen lag das Wachstum der Einkommen sogar um 0,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Die Landwirtschaft legte nur um 5,2 Prozent zu, während die herstellende Industrie um 11,4 Prozent anstieg. Dienstleistungen verbuchten einen Zuwachs von 9,6 Prozent.

Erst im Dezember hatte das Statistikamt nach einem wirtschaftlichen Zensus die Größe der chinesischen Wirtschaft um ein Sechstel größer eingestuft als bisher gedacht. Das durchschnittliche Wachstum seit 1979 wurde von 9,2 auf 9,6 Prozent jährlich nach oben korrigiert. 2004 erreichte Chinas Wirtschaft demnach sogar 10,1 Prozent Wachstum.

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