Chinesen erhöhen Chancen für Rettung von Dornier-Jet 728

- Oberpfaffenhofen/Peking - Die Chancen für eine Rettung des Dornier-Jets 728 verbessern sich. Der chinesische Flugzeughersteller Xi'an Aircraft Corporation (XAC) hat jetzt Verhandlungen mit Fairchild-Dornier bestätigt. Wie gestern berichtet, strebt der private Mischkonzern Delong in Kooperation mit XAC die komplette Übernahme der 728er-Jetfamilie an. Den deutschen Verhandlungspartnern ist offenbar eine Zusammenarbeit im Joint Venture mit einer 50:50-Beteiligung angeboten worden.

<P>Seit gut einem Jahr versucht Insolvenz-Verwalter Eberhard Braun das 728er-Programm an den Mann zu bringen, wobei mehrmals schon chinesische Interessenten - unter anderem auch "Hainan" - im Gespräch waren. Kern des Problems: Experten schätzen, dass, ehe der Flieger abhebt, eine weitere Anschubfinanzierung in Höhe von einer Milliarde Euro notwendig wird. Und das, obwohl schon die gleiche Summe in die Entwicklung gesteckt wurde.</P><P>Klappt das Geschäft mit Delong, soll sowohl die Entwicklung als auch die Endmontage in Oberpfaffenhofen bleiben, die lohnintensive Fertigung von Rumpf, Tragfläche und Metallstrukturen jedoch nach China verlegt werden. Die Investoren versprechen sich dadurch eine Kosteneinsparung von mindestens 15 Prozent.</P><P>Dass sich die Verhandlungen im fortgeschrittenen Stadium befinden, bestätigte Thomas Brandt, Geschäftsführer der Fairchild Dornier Insolvenzgesellschaft. "Es gibt gute Aussichten, dass die Verhandlungen positiv abgeschlossen werden", sagte er gegenüber dpa. Eine Entscheidung werde innerhalb der nächsten vier Wochen fallen. Das Programm sei dann zunächst gesichert.</P><P>Ob der 70-Sitzer tatsächlich gebaut wird, hänge laut Brandt jedoch von einer Reihe weiterer Faktoren ab. Unter anderem müsse die Finanzierung des Projekts gesichert sein. Brandt ist nach Aussagen von Firmenmitarbeitern als neuer Geschäftsführer für das 728er-Programm im Gespräch. </P><P>Deutsche Bankenkreise in Peking bestätigten ebenfalls laufende Gespräche. Wobei der Ausbruch der Lungenseuche SARS das Verfahren verlangsamt habe. Für das Geschäft sei unter anderem die Zustimmung der Zentralregierung erforderlich. <BR>"Eine Zusammenarbeit mit Delong macht Sinn", bestätigte Ives DeVrient, Chef einer großen Flugzeug-Leasingfirma. Auf 20 Jahre, schätzt der Experte, würden 600 Regionaljets benötigt. Bedarf bestehe schon deshalb, weil das chinesische Peking den Zuschlag für die olympischen Spiele 2008 erhalten habe und spätestens da günstige Regionalflüge angeboten werden müssen.</P><P>Fairchild Dornier hatte sich mit der Jet-Familie für 70 bis 85 Passagiere übernommen. Im März war der Prototyp präsentiert worden, kurz darauf musste der Flugzeugbauer Insolvenz anmelden. Für Chinas Ambitionen, selbst einen Regionaljet zu bauen, wäre das Projekt ein dringend benötigter Sprung nach vorne.<BR><BR></P>

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