+
Die Konzernzentrale des Maschinenbauunternehmens Aixtron SE in Herzogenrath. Foto Aixtron Foto: aixtron

Chinesen wollen Halbleiter-Ausrüster Aixtron kaufen

Deutsche Hightech ist für Anleger aus China ein immer beliebteres Investitionsziel. Nach dem Roboterhersteller Kuka ist nun der Spezialmaschinenbauer Aixtron an der Reihe.

New York/Herzogenrath (dpa) - Chinesische Investoren greifen nach dem nächsten deutschen Maschinenbauer: Ein Fonds aus dem Reich der Mitte will den kriselnden Halbleiter-Ausrüster Aixtron kaufen. Das Angebot von Fujian Grand Chip Investment (FGC) hat einen Wert von rund 670 Millionen Euro, wie Aixtron am Montag in Herzogenrath mitteilte.

Nach der Offerte des chinesischen Hausgeräte-Herstellers Midea für den Augsburger Roboterbauer Kuka ist dies bereits das zweite Kaufangebot aus China für einen deutschen Maschinenbauer innerhalb einer Woche.

Die Aixtron-Führung hofft mit dem chinesischen Investor auf bessere Geschäfte in dem Land: "Mit FGC haben wir einen Partner gefunden, der uns einen lokalen Marktzugang bietet und damit unsere Geschäftsziele in Asien unterstützt", sagte Aufsichtsratschef Kim Schindelhauer laut Mitteilung.

Hinter FGC stehe als Geldgeber der mit rund 20 Milliarden US-Dollar ausgestattete Halbleiter-Staatsfonds Sino IC, hieß es aus Industriekreisen. Aixtron fertigt Spezialmaschinen für die Halbleiterbranche, litt zuletzt aber unter ausbleibenden Aufträgen. Die Rheinländer schrieben Verluste und rechnen auch im laufenden Jahr noch mit roten Zahlen.

Eine Entlassungswelle soll es nun aber keineswegs geben, versprachen die Beteiligten. Die Chinesen beabsichtigten, Aixtrons bisherige Strategie weiter zu unterstützen, hieß es in einer Mitteilung. Der Deal ziele nicht auf Kostensenkungen oder Stellenabbau ab.

"Nachhaltiges Wachstum wird zu einem Ausbau der Belegschaft bei Aixtron führen", sagte der chinesische Geschäftsmann Zhengdong Liu, dem der FGC-Fonds mehrheitlich gehört. Der Firmensitz solle im nordrhein-westfälischen Herzogenrath bleiben. Auch der Vorstand bleibe im Fall einer geglückten Übernahme im Amt.

FGC bietet den Aixtron-Aktionären 6 Euro je Anteilsschein. Der Aufschlag auf den durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen drei Monate liege damit bei über 50 Prozent, hieß es in einer Mitteilung. Die Angebotsfrist könne voraussichtlich im Juli beginnen, damit das Geschäft im laufenden Jahr abgeschlossen werden kann. An der Börse stieg am Montag die Vorfreude: Der Wert der Papiere kletterte nach Handelsbeginn um gut 16 Prozent auf 5,57 Euro.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

WLAN-Repeater bei Aldi zum Schnäppchenpreis - doch es gibt einen Haken
Aldi hat ab heute einen günstigen WLAN-Repeater im Angebot, der auch als Router genutzt werden kann. Doch es gibt einen entscheidenden Haken.
WLAN-Repeater bei Aldi zum Schnäppchenpreis - doch es gibt einen Haken
Flixbus will auf weiteren Bahnstrecken Züge fahren lassen
Berlin (dpa) - Der deutsche Fernbus-Marktführer Flixbus will der Deutschen Bahn auf weiteren Strecken auch mit Zügen Konkurrenz machen.
Flixbus will auf weiteren Bahnstrecken Züge fahren lassen
EU-Wettbewerbshüter und Gazprom einigen sich in Streit
Hat Gazprom seine marktbeherrschende Stellung in Osteuropa missbraucht? Mehrere Jahre stritten Brüssel und der russische Energieriese darüber. Eine saftige Geldstrafe …
EU-Wettbewerbshüter und Gazprom einigen sich in Streit
Studie: Aufschwung kommt bei vielen nicht an
Die Wirtschaft in Deutschland brummt seit Jahren, die Arbeitslosigkeit ist gering. Wer profitiert davon, wer nicht? Darüber gibt eine Studie Aufschluss.
Studie: Aufschwung kommt bei vielen nicht an

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.