Chodorkowski: Weiter Warten auf das Urteil

- Moskau - Michail Chodorkowski muss weiter auf sein Urteil warten. Das zuständige Moskauer Gericht schloss die Verlesung der Urteilsbegründung auch am dritten Tag nicht ab, sondern vertagte sich. Kritiker vermuten, dass damit der Prozess in die Länge gezogen werden soll, bis die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nachgelassen habe.

<P>Der Kreml-Kritiker und frühere Chef des Ölkonzerns Yukos ist der Steuerhinterziehung und des Wirtschaftsbetrugs angeklagt. Äußerungen von Richterin Irina Kolesnikowa haben bereits deutlich gemacht, dass ein Schuldspruch sicher ist. "Ich kann den Argumenten der Verteidigung nicht zustimmen", sagte Kolesnikowa.<BR><BR>Die Frage ist demnach nur noch, wie hoch die Strafe ausfallen wird. Die Staatsanwaltschaft hat zehn Jahre Haft beantragt. Die Verteidigung hofft auf ein milderes Urteil und meint, in der Wortwahl der Richterin auch schon Anzeichen dafür erkannt zu haben.<BR><BR>Chodorkowskis Anhänger halten das Verfahren für politisch motiviert. Der Gründer von Yukos war im Oktober 2003 verhaftet worden. Beobachter sind der Ansicht, dass sich Präsident Wladimir Putin rächen wollte, weil Chodorkowski gegen einen ungeschriebenen Pakt zwischen dem Kreml und den Oligarchen verstieß. Demnach dürfen diese ihre unter fragwürdigen Umständen angehäuften Reichtümer behalten, wenn sie sich nicht in die Politik einmischen. Genau dies hat Chodorkowski aber getan, indem er die Opposition finanziell unterstützte.</P><P> </P><P> </P>

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