Christine Licci: Erstmals sagt sie, warum sie geht

- München - Die zurückgetretene HypoVereinsbank-Privatkundenchefin Christine Licci begründet ihren Abgang mit dem starken Einfluss der Italiener nach der Übernahme der Bank durch Unicredit. "Ich gehe, weil der Einfluss des deutschen Managements in der künftigen Bank stark begrenzt ist", sagte Licci der "Welt am Sonntag".

Um sich auf dem hart umkämpften deutschen Bankenmarkt zu behaupten, müssten Entscheidungen vor Ort getroffen werden, sagte Licci. Nur so könne man auf die Kundenbedürfnisse optimal eingehen. Lösungen, die in Italien funktionierten, seien nicht ohne weiteres auf Deutschland übertragbar.

Licci hatte ebenso wie Kapitalmarktvorstand Stefan Jentzsch ihre Kündigung eingereicht. Sie geht wegen einer Vertragsklausel, die bei einem Besitzerwechsel greift, mit einer dicken Abfindung. Laut Unternehmenskreisen hatte sie keine Chance, den HVB-Vorstandsvorsitz zu übernehmen, wenn Dieter Rampl in den Unicredit-Verwaltungsrat wechselt. Für diesen Fall hatte sie bereits ihren Rückzug angekündigt.

Arbeitnehmervertreter hatten den Rücktritt am Donnerstag auf einer Aufsichtsratssitzung kritisiert. "Ich weiß, dass sich die Bank in einer kritischen Phase befindet", sagte Licci. "Es hätte aber nichts gebracht, wenn ich meine Entscheidung weiter hinausgezögert hätte." Sie wolle vor ihren Mitarbeitern keine Strategien vertreten, deren Erfolg sie bezweifle.

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