Chronologie: Kleinfeld hat Siemens neu geformt

- München - Klaus Kleinfeld (49) hat sich aus einfachen Verhältnissen zu einem der wichtigsten Manager Deutschlands hochgearbeitet. Seit seinem Antritt als Siemens-Chef Anfang 2005 hat er den Siemens-Konzern neu geformt. In der tiefen Führungs-Krise des Konzerns und nach Querelen um seine Vertragsverlängerung nimmt er nun seinen Hut. dpa dokumentiert die wichtigsten Entscheidungen, Erfolge und Rückschläge.

27. Januar 2005: Kleinfeld wird als Nachfolger von Heinrich von Pierer zum Vorstandsvorsitzenden von Siemens ernannt.

28. Januar 2005: Nur einen Tag nach seinem Amtsantritt muss Kleinfeld Pläne für einen Abbau von 1350 Stellen im größten Bereich Communications verkünden.

28. Juli 2005: Kleinfeld gelingt bei der geplanten Trennung vom verlustreichen Handy-Geschäft der Durchbruch: Die Aktionäre von BenQ stimmen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung für den Kauf.

19. September 2005: Kleinfeld gibt ein radikales Sparprogramm für die Krisensparten SBS und die Com-Sparte bekannt. Dadurch sollen insgesamt rund 10 000 Arbeitsplätze wegfallen.

22. März 2006: Der neue Vorstandschef stärkt seine Position durch eine Neuordnung der Führung. Mehrere Spitzenposten werden mit Vertrauten Kleinfelds neu besetzt.

19. Juni 2006: Der Siemens-Konzern verabschiedet sich durch einen Milliarden-Deal mit dem Konkurrenten Nokia von seinen Wurzeln. Die traditionsreiche Telekommunikations-Sparte soll mit dem Netzgeschäft von Nokia zusammengelegt werden.

16. September 2006: Nach der Ankündigung von Gehaltserhöhungen von 30 Prozent für die Siemens-Vorstände gerät Kleinfeld unter Druck. "Deutschlands frechste Gehaltserhöhung" titelt die "Bild"-Zeitung mit einem großen Foto Kleinfelds daneben.

28. September 2006: Der taiwanesische BenQ-Konzern stoppt die Zahlungen an seine deutsche Tochter mit 3000 Mitarbeitern und schickt die einstige Siemens-Handy-Sparte damit in die Pleite. Arbeitnehmervertreter machen Kleinfeld für den Zusammenbruch verantwortlich.

15. November 2006: In einer groß angelegten Razzia durchsuchen rund 200 Polizeibeamte, Staatsanwälte und Steuerfahnder Büros im Siemens- Konzern und bringen damit die Siemens-Schmiergeldaffäre ans Licht.

23. November 2006: Kleinfeld kündigt eine schonungslose Aufklärung der Schmiergeldaffäre an.

12. Dezember 2006: Mit der Verhaftung des früheren Leiters der Kommunikationssparte, Ex-Zentralvorstand Thomas Ganswindt, erreicht die Affäre neue Dimensionen. Siemens räumt dubiose Zahlungen von rund 400 Millionen Euro ein.

27. März 2007: Nach einer Durchsuchungsaktion durch die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wird Siemens-Vorstandsmitglied Johannes Feldmayer verhaftet und damit erstmals ein aktiver Zentralvorstand.

19. April 2007: Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer stürzt über die Schmiergeldaffäre und erklärt seinen Rücktritt. Kleinfelds Position erscheint dadurch gestärkt.

24. April 2007: Maßgebliche Aufsichtsräte sperren sich gegen die geplante Verlängerung von Kleinfelds Vertrag. Der Vorstandsvorsitzende wird dadurch schwer geschädigt.

25. April 2007: Nur wenige Tage nach dem Rücktritt Pierers gibt auch Kleinfeld auf. Spätestens im Herbst will er das Unternehmen verlassen. Maßgebliche Aufsichtsräte hatten dafür plädiert, die Abstimmung über seine Vertragsverlängerung zu verschieben. Dies wollte Kleinfeld nicht hinnehmen und entschied sich zum Rückzug.

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