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Montage bei Opel: Hamburg - Monatelang währt das Ringen um die Zukunft des angeschlagenen Autobauers Opel.

Chronologie: Zähes Ringen um Opel-Zukunft

Hamburg - Monatelang währt das Ringen um die Zukunft des angeschlagenen Autobauers Opel. Die Entwicklung seit Ende Mai, als eine Lösung schon greifbar schien:

30. Mai: Bund, Länder, General Motors (GM), der kanadisch- österreichische Autozulieferer Magna und das US-Finanzministerium einigen sich auf ein Rettungskonzept für Opel. Der Weg für den 1,5- Milliarden-Euro-Überbrückungskredit und das lange umstrittene Treuhandmodell ist frei. Opel soll aus dem GM-Verbund herausgelöst werden. Magna will die vier deutschen Opel-Standorte erhalten. Eine Absichtserklärung wird unterzeichnet, das Papier ist nicht bindend.

1. Juni: GM reicht in New York einen Antrag auf Insolvenz mit Gläubigerschutz ein. Die Liquidität Opels ist durch das Rettungspaket gesichert.

10. Juli: Nach nur 40 Tagen wird GM wieder aus der Insolvenz entlassen. Mehr als 100 Jahre nach seiner Gründung steht der einst größte Autobauer der Welt vor dem Neubeginn: Mehrheitlich in Staatsbesitz soll GM wesentlich verkleinert das Überleben gelingen. Zur Sanierung fließen weit mehr als 50 Milliarden Dollar (36 Milliarden Euro) an Steuergeldern.

15. Juli: Der belgische Finanzinvestor RHJI stellt in Berlin ein verbessertes Übernahmeangebot vor. Die Bundesländer mit Opel- Standorten favorisieren Magna, weil der Zulieferer weniger Arbeitsplätze abbauen und Opel klarer vom früheren Mutterkonzern trennen will. Magna plant Staatsgarantien von 4,5 Milliarden Euro ein, RHJI 3,8 Milliarden Euro.

31. Juli: Der Opel-Absatz boomt in Deutschland dank der Abwrackprämie. Von Januar bis Juli werden rund 219 000 Opel-Fahrzeuge zugelassen, ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum.

6. August: GM hält an RHJI als bevorzugtem Käufer fest. GM- Verhandlungsführer John Smith nennt das RHJI-Konzept das "einfachere". Gegen Magna hat GM dem Vernehmen nach auch deshalb Vorbehalte, weil die Amerikaner fürchten, dass Magnas russische Partner Sberbank und der Autobauer Gaz Know-how abschöpfen könnten.

7. August: GM-Chef Fritz Henderson und Magna-Co-Chef Siegfried Wolf klären noch offene Fragen. Der neue GM-Verwaltungsrat kann sich nicht auf eine Empfehlung für einen der beiden Bieter einigen.

19. August: Bund und Länder drücken aufs Tempo und wollen den Kredit für Opel von 4,5 Milliarden Euro ohne Beteiligung der anderen europäischen Länder mit Opel-Standorten vorstrecken, wenn GM sich für Magna entscheidet.

21. August: Der GM-Verwaltungsrat vertagt erneut seine Entscheidung über die Angebote und legt sich immer noch nicht nicht auf einen Bieter für Opel fest.

25. August: Erneutes Opel-Spitzentreffen zwischen Bund, Ländern und GM in Berlin. Nach Medienberichten prüft der US-Autokonzern, seine bisherige Tochter doch zu behalten.

2. September: RHJI hat sein Angebot abermals nachgebessert und fordert jetzt 600 Millionen Euro weniger Staatshilfen. Die Offerte sieht nun staatliche Hilfen von 3,2 Milliarden vor. Das Geld solle bereits 2013 statt 2014 zurückgezahlt werden, bestätigt RHJI. Dennoch spricht sich die Bundesregierung erneut für Magna aus.

3. September: Die Lage um Opel wird immer undurchsichtiger. GM will nach Medienberichten nun mehr als eine Milliarde Dollar in den deutschen Autohersteller investieren. Zuvor galt als ausgeschlossen, dass der vom US-Staat kontrollierte Konzern amerikanische Steuergelder ins Ausland pumpen würde. Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz erklärt, für neue Modelle und die Restrukturierung von Opel/Vauxhall seien mindestens sechs Milliarden Euro notwendig.

5. September: GM will seine deutsche Tochter nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" behalten. Der Verwaltungsrat werde sich auf seiner nächsten Sitzung dafür aussprechen, Opel nicht zu verkaufen, berichtet die Zeitung. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagt dagegen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", die Bundesregierung habe dafür keine Hinweise.

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