Chávez-Abwahl gescheitert: Der Ölpreis geht leicht zurück

- Caracas - Die internationalen Ölmärkte haben mit Entspannung auf den Sieg von Venezuelas Staatspräsident Hugo Chá´vez in der Abstimmung über seine Amtsenthebung reagiert. An den wichtigsten Handelsplätzen entfernten sich die Notierungen gestern etwas von den neuerlichen Rekordmarken, die in der vorigen Woche erreicht worden waren. Dennoch blieb das Preisniveau hoch.

<P>An der Londoner Ölbörse International Petroleum Exchange (IPE) fiel der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent bis auf 43,35 Dollar je Barrel (159 Liter), nach einem Spitzenwert von 43,92 Dollar am Freitag. Am New Yorker Warenterminmarkt Nymex sank der Preis im elektronischen Handel bis auf 46,20, nachdem er zuvor zeitweise bis auf 46,91 Dollar geklettert war.</P><P>Auch Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hatte neue Spitzennotierungen erreicht: In der vergangenen Woche kostete es im Durchschnitt mit 40,09 Dollar über 40 Dollar. Allein am Freitag hatte der Korbpreis für ein Barrel um 57 Cents auf 41,33 Dollar zugelegt und damit den höchsten Stand seit der Einführung des Korbpreises im Januar 1987 erreicht.</P><P>Die Ölmärkte hatten für den Fall einer Niederlage von Chá´vez in der Volksabstimmung oder bei einem umstrittenen sehr knappen Ergebnis Unruhen und mögliche Lieferunterbrechungen befürchtet. Venezuela ist Opec-Mitglied und ein großer Ölexporteur. Jegliche Beeinträchtigungen, selbst die Möglichkeit von Problemen lassen den Ölpreis klettern.</P><P>Der 50-jährige frühere Oberstleutnant und Ex-Putschist Chá´vez regiert Venezuela seit 1999. Er wurde im Jahr 2000 nach einer Verfassungsreform für die neue Amtszeit von sechs Jahren bis zum 10. Januar 2007 im Amt bestätigt. Er hat vor allem die Armen - insbesondere Bauern und Fischer - hinter sich und eine starke Opposition von Unternehmen, Gewerkschaften und Kirchen gegen sich. Die Krise hatte im April 2002 mit der vorübergehenden gewaltsamen Absetzung von Chá´vez ihren Höhepunkt erreicht. (Gesicht des Marktes)</P>

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