Claassens Millionenbezüge verteidigt

- Stuttgart - Der künftige Aufsichtsratsvorsitzende der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), Peter Schneider, hat die umstrittenen Millionenbezüge des Vorstandschefs Utz Claassen verteidigt. 4,2 Millionen Euro im Jahr erschienen "natürlich riesig", als Landrat in Biberach verdiene er im Vergleich dazu "ein Nasenwasser", sagte Schneider in einem Interview der "Stuttgarter Zeitung" (Montag).

"Aber sie richten sich nach den Marktgegebenheiten und vielen anderen Faktoren. Ich kann damit leben", fügte er hinzu. Schneider, der auch neuer Vorsitzender des kommunalen Zweckverbands Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) wird, wollte sich nicht zu Berichten äußern, wonach sich der OEW-Vertreter bei der Abstimmung über Claassens Bezüge der Stimme enthalten habe. "Das war vor meiner Zeit, das will ich wirklich nicht beleuchten", sagte er. Der EnBW-Vorstand mit Claassen an der Spitze leiste "sehr gute Arbeit", der Stromkonzern befinde sich auf einem "sehr guten Weg".In den "Stuttgarter Nachrichten" (Montag) verteidigte Schneider zudem die Entscheidung der OEW, ihren Anteil an EnBW von 34 auf 45 Prozent aufzustocken, um so mit dem zweiten Großaktionär Electricité de France (EDF) gleichzuziehen. "Wir hätten uns die Entscheidung einfacher machen können", sagte Schneider. "Aber dann hätte BadenWürttemberg möglicherweise bald keine Energieproduktion und Energieverteilung mehr mitsamt der Steuerkraft und den Arbeitsplätzen." Dass die OEW dafür weit über 800 Millionen Euro aufbringen und einen Großteil über Kredite finanzieren müssten, hält Schneider "angesichts des unbelasteten Milliardenvermögens der OEW" für vertretbar.Schneider wird an diesem Montag den Vorsitz des EnBW-Aufsichtsrates übernehmen.(Die Beiträge lagen dpa in redaktioneller Fassung vor.)

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