Clement erwartet bald irakische Aufträge

- Berlin - Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) rechnet nach dem Start einer irakischen Übergangsregierung Mitte 2004 auch mit Aufträgen für die deutsche Wirtschaft. "Deutsche Firmen hatten vor der schrecklichen Saddam-Zeit beste Beziehungen zum Irak. Selbstverständlich werden sich deutsche Firmen auch jetzt nach dem Umbruch umfangreich am Wiederaufbau des Irak beteiligen können, so bald es dort eine eigene irakische Regierung gibt", sagte Clement der "Welt am Sonntag".

Das Ansehen der Firmen im arabischen Raum sei "außerordentlich gut". Die Sorge, deutsche Betriebe könnten von guten Aufträgen ausgeschlossen werden, sei "gewiss unbegründet".

Die USA hatten nach dem Sturz des irakischen Diktators entschieden, dass Irak-Aufträge nur an Firmen aus Ländern der US-geführten Kriegskoalition gegen den Irak vergeben werden sollen. Dennoch ist auch nach Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie Optimismus angebracht. "Wir werden vielleicht nicht die ersten Auftragnehmer werden, aber trotzdem das große Geschäft machen", sagte der frühere BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel. Er stütze Clements Optimismus zu hundert Prozent. Deutsche Firmen seien in der Region gut etabliert, sogar besser als die Amerikaner.

"Wir werden vielleicht nicht die ersten Auftragnehmer werden, aber trotzdem das große Geschäft machen."
BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel

Nach BDI-Angaben sitzen deutsche Firmen bereits in den Startlöchern. "Zwar sind die deutschen Firmen wegen der Sicherheitslage noch nicht direkt vor Ort, aber über irakische Handelsfirmen laufen bereits sehr rege Kontakte", sagte BDI-Mittelost-Referent Peter Kreuzberger der Zeitung.

Im Wesentlichen gehe es um Ersatzteile für Anlagen und Maschinen sowie um Lieferungen von Generatoren und Kleinkraftwerken. Auch die deutsche Bauwirtschaft führe intensive Gespräche, sagte Kreuzberger.

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