Clement hofft auf eine Belebung der Konjunktur im Herbst

- Hamburg/München - Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) erwartet im Herbst eine konjunkturelle Belebung. "Es weist einiges darauf hin, dass die wirtschaftliche Lage in der zweiten Jahreshälfte besser werden könnte. Unsere Prognose von 0,75 Prozent Wachstum in diesem Jahr ist durchaus noch zu erreichen", sagte Clement der "Bild am Sonntag".

<P>In diesem Jahr hält er ein Wirtschaftswachstum von 0,75 Prozent für möglich. 2004 könnten es zwei Prozent sein. Der Optimismus des Ministers könnte durch den Geschäftsklimaindex für Juli bestätigt werden, den das Münchner ifo Institut für Wirtschaftsforschung heute veröffentlicht. Experten rechnen damit, dass sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft zum dritten Mal in Folge leicht verbessert hat. Dies wäre nach Einschätzung des Instituts ein Beleg für eine Trendwende. Der Index gilt als einer der wichtigsten Frühindikatoren für die Wirtschaftsentwicklung.</P><P>Clement sagte, die Märkte nähmen mittlerweile wahr, dass Deutschland "einen unumkehrbaren Kurs der Reformen eingeschlagen hat", sagte Clement. "Wenn die Weltwirtschaft sich weiter erholt, werden wir im nächsten Jahr auch in Deutschland ein spürbares Wachstum erleben." Eine vorgezogene Steuerreform wird sich nach Einschätzung des Ministers positiv auf das Wachstum auswirken: "Die Erwartungen bewegen sich um 0,5 Prozent. So könnten wir das von uns vorhergesagte Wirtschaftswachstum von zwei Prozent im kommenden Jahr erreichen."</P><P>"Deutschland hat einen unumkehrbaren Kurs der Reformen eingeschlagen"<BR>Wolfgang Clement</P><P>Auf dem Arbeitsmarkt rechnet der Minister vom kommenden Jahr an mit einer Entspannung. "Wir werden voraussichtlich erst eine langsame und dann eine sich beschleunigende Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt erleben. Ich rechne ab 2004/5 mit einem jährlichen Rückgang von 200 000 Arbeitslosen." Nach Ansicht der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) verbessert sich das Konsumklima in Deutschland weiter. GfK-Chef Klaus Wübbenhorst sagte der "Welt am Sonntag", die Chance auf eine Trendwende wachse. "Steuerreform, niedriges Preisniveau und die steigenden Aktienkurse lassen den Bürger zu der Einschätzung kommen, es geht in den nächsten Monaten etwas aufwärts".</P><P>Skeptisch bleibt der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands, Holger Wenzel: "Die Indikatoren zeigen zwar nach oben, aber wir trauen dem Frieden nicht." Die Konsumenten würden gern mehr Geld ausgeben, wenn sie nicht immer wieder durch die Politik verunsichert werden würden. "Ein wetterfestes Ankündigen der Steuerreform würde schon reichen, um den Konsum deutlich zu beflügeln, sagte Wenzel.</P>

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