LTU und Cockpit einigen sich auf Tarifvertrag

Düsseldorf - Der Ferienflieger LTU und die Pilotengewerkschaft Cockpit haben sich nach einer Marathonsitzung am frühen Samstagmorgen auf einen Tarifvertrag geeinigt. Damit wurde ein drohender Streik der rund 400 Piloten der Fluggesellschaft in letzter Minute abgewendet.

Der erreichte Kompromiss sieht vor, das die 400 Piloten der Fluggesellschaft rückwirkend ab 1. Januar 2007 eine Gehaltserhöhung von drei Prozent erhalten. Ab 1. Juli 2008 erhöhen sich die Gehälter um weitere zwei Prozent. Die Laufzeit des Vergütungs-Tarifvertrages geht bis zum 31. Dezember 2008. Das teilte die LTU am Samstagmorgen in Düsseldorf mit.

"Im Interesse unserer Passagiere sind wir bis an die Grenze des Machbaren gegangen. Wir wollten unter allen Umständen vermeiden, dass bereits gebuchte Flüge durch einen Streik gefährdet würden", erklärte LTU-Geschäftsführer Jürgen Marbach. Jetzt gehe es darum, dass alle Kräfte im Unternehmen für einen Neuanfang innerhalb der Air Berlin-Gruppe mobilisiert würden. Von der Pilotengewerkschaft Cockpit war ein Stellungnahme zunächst nicht zu erhalten.

Nach einem Warnstreik zu Wochenbeginn waren die Tarifverhandlungen am Donnerstag in eine neue Runde gegangen. Cockpit hatte sechs Prozent mehr Gehalt für die Piloten gefordert. Bei einem Scheitern der Verhandlungen hätte ein folgenschwerer Pilotenstreik bei der LTU gedroht. In einer Urabstimmung hatte sich die Mehrheit der Piloten am vergangenen Montag für einen unbefristeten Arbeitskampf ausgesprochen.

Am Mittwoch hatten sich die Gewerkschaft ver.di und LTU bereits auf einen Tarifvertrag für das Bodenpersonal verständigt. Für die 950 Verwaltungs- und Technik-Mitarbeiter wurde eine Lohn- und Gehaltserhöhung von drei Prozent mit Wirkung zum 1. August ausgehandelt. Zusätzlich werden einmalig 800 Euro pro Mitarbeiter gezahlt.

Die Fluggesellschaft Air Berlin, die vom Bundeskartellamt ebenfalls am Mittwoch die Startfreigabe für die Übernahme der LTU erhalten hatte, verständigte sich einen Tag zuvor mit Cockpit und ver.di erstmals auf den Abschluss eines Tarifvertrages für ihr Flugpersonal. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold stand bei Gewerkschaftern bisher massiv in der Kritik, da das Unternehmen keinen Betriebsrat hat und sich als "gewerkschaftsfreie Zone" bezeichnete.

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