Cockpit-Piloten streiken auf deutschen Flughäfen

Frankfurt/Main - Überraschende Warnstreiks von Piloten haben den Luftverkehr in Deutschland am Mittwoch massiv beeinträchtigt. Nach Angaben der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit wurden zwischen 5.30 Uhr und 8.00 Uhr insgesamt 97 Maschinen bestreikt, um im Tarifstreit den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Betroffen waren die drei Lufthansa-Beteiligungen CityLine, Eurowings und Germanwings.

Allein bei der im Regionalverkehr tätigen CityLine mussten 60 Flüge gestrichen werden, sagte eine Lufthansa-Sprecherin in Frankfurt. Die Passagiere seien auf andere Maschinen umgebucht worden. Bei Germanwings waren am Morgen 22 Maschinen verspätet, zwei Flüge fielen aus, sagte eine Sprecherin in Köln. Durch die Warnstreiks am Morgen müsse auch im Laufe des Tages mit weiteren Verspätungen von ein bis zwei Stunden gerechnet werden. Betroffen von den Verzögerungen waren praktisch alle großen deutschen Flughäfen. Die Pilotenvereinigung verlangt für die insgesamt etwa 1500 Piloten der drei Gesellschaften mehr Geld, hat aber keine konkrete prozentuale Forderung erhoben. Die bereits seit mehreren Monaten laufenden Verhandlungen waren von der Gewerkschaft als gescheitert erklärt worden. Nachdem die Belegschaft dem Warnstreikaufruf gefolgt sei, hoffe man jetzt auf ein neues Angebot der Arbeitgeberseite, sagte Verhandlungsführer Thorsten Gommert. Bei der CityLine habe es für die Piloten zum Beispiel seit 2002 keine Gehaltssteigerung mehr gegeben, sagte Gommert. Beim Billigflieger Germanwings wolle man den Abstand zur Bezahlung bei der Konzernmutter nicht weiter wachsen lassen. Bei Eurowings gehe es um eine Annäherung der Bezahlung an das Niveau der CityLine, die komplett der Lufthansa gehört. Für alle drei Gesellschaften werden separate Verhandlungen geführt. Für die rund 4400 Piloten der Lufthansa und Lufthansa Cargo hatte die Vereinigung bereits im Januar Gehaltssteigerungen durchgesetzt. Die Vereinigung Cockpit ist der Berufsverband des Cockpitpersonals in Deutschland. Er vertritt die Interessen von derzeit rund 8200 Mitgliedern bei sämtlichen deutschen Airlines. dpa rg yyhe z2 gin

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