Commerzbank heizt Übernahme-Fantasie an

- Frankfurt - Die Commerzbank AG hat zum Jahresende 2004 ihren rund 24 000 Mitarbeitern die Betriebsrenten gekündigt und damit die Spekulationen über eine anstehende Übernahme angeheizt. "Die schwierige wirtschaftliche Lage hat diesen Schritt notwendig gemacht", sagte ein Bankensprecher und bestätigte damit Zeitungsberichte. "Der Sparkurs der Bank wird weiter vorangetrieben."

<P>Die Bank rechnet nach einer Milliarden-Abschreibung im dritten Quartal für das Jahr 2003 mit einem Verlust. Analysten sehen in der jüngsten Maßnahme den Versuch, sich nach den Abschreibungen vom Herbst für eine Fusion "schön zu machen".</P><P>"Für die Betriebsrenten müssen Rückstellungen gebildet werden, die im Hinblick auf fällige Auszahlungen von Jahr zu Jahr kräftig schwanken können. Sie stellen für potenzielle Käufer ein Risiko dar", sagte ein Analyst einer großen britischen Bank. Die Commerzbank, die als erste deutsche Großbank zu dieser Maßnahme greift, spart nach eigenen Angaben eine Summe in zweistelliger Millionenhöhe ein. Nach Schätzungen aus Bankenkreisen könnte es sich unterm Strich auf 20 bis 30 Millionen Euro pro Jahr summieren. Die Arbeitnehmervertreter kündigten bereits juristischen Widerstand an.</P><P>Der Schritt wird die Mitarbeiter der AG, nicht aber die übrigen 9000 Beschäftigten des Konzerns betreffen. "Der Vorstand hat diese Kündigung fristgerecht auf seiner letzten Sitzung 2003 beschlossen", sagte Sprecher Stefan Roberg. Bestehende Ansprüche auf Betriebsrenten blieben erhalten, die Mitarbeiter könnten aber von 2005 an keine neuen Ansprüche erwerben. Auch für neue Beschäftigte entfalle jeder Anspruch. <BR></P>

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