Commerzbank kauft Eurohypo und beugt eigener Übernahme vor

- Frankfurt - Die Commerzbank übernimmt Europas größten Immobilienfinanzierer Eurohypo und steigt damit zur zweitgrößten deutschen Bank auf. Die Verträge mit den beiden anderen Großaktionären der Eurohypo AG, der Deutschen Bank und der Allianz/Dresdner Bank, über den Kauf ihrer Anteile seien unterzeichnet, teilte die Commerzbank mit. Der Kaufpreis betrage 4,56 Milliarden Euro und werde unter anderem durch eine Kapitalerhöhung finanziert. Der Zusammenschluss gilt als der größte in der hiesigen Finanzbranche seit der Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz 2001.

"Wir steigen damit zur führenden deutschen Geschäftsbank auf", sagte Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller, der die Unabhängigkeit der Bank unterstrich. "Wir wollen einen aktiven Part im Konsolidierungsprozess spielen." Die Commerzbank wird regelmäßig selbst als Übernahmekandidatin gehandelt und will mit dem Erwerb ihre Stellung im umkämpften Bankenmarkt sichern. Müller: "Commerzbank und Eurohypo sind gemeinsam eine kraftvolle Kombination."

Der Vorstand erwartet ab 2008 jährliche Synergieeffekte von 100 bis 130 Millionen Euro. Da die Commerzbank mit 31,8 Prozent bereits Eurohypo-Großaktionär war, sei eine zügige Integration möglich. Die Kundengruppen ergänzten sich gut. Der Immobilienfinanzierer betreut in erster Linie gewerbliche Kunden und ist auf Staatsfinanzierung spezialisiert, die Commerzbank hat vor allem Privatkunden und Kunden aus dem Mittelstand. Sollten die Wettbewerbsbehörden zustimmen, hält die Commerzbank künftig mehr als 98 Prozent der Anteile an der Eurohypo, zwei Prozent bleiben in Streubesitz. Die Commerzbank erwirbt damit zusätzliche 66,2 Prozent an der Eurohypo zum Preis von 19,60 Euro je Aktie.

Zur Finanzierung der Transaktion beschloss die Commerzbank eine Kapitalerhöhung. Rund 57,7 Millionen Aktien werden institutionellen Anlegern angeboten. Das entspricht nach Angaben der Bank mindestens 1,25 Milliarden Euro neuem Eigenkapital. Am Dienstag hatte die Bank ihre 2,9-prozentige Beteiligung an der italienischen Banca Intesa platziert und damit rund 800 Millionen Euro erlöst.

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