Commerzbank nimmt Prognose für Gesamtjahr zurück

Frankfurt - Die Commerzbank hat nach einem Gewinneinbruch im ersten Quartal wegen der Finanzmarktkrise ihre Prognose für das Gesamtjahr zurückgenommen. "Es dürfte aus heutiger Sicht schwer werden, das gute Ergebnis des Vorjahres wieder zu erreichen."

Das sagte Vorstandschef Klaus-Peter Müller am Mittwoch laut Mitteilung. Bislang hatte die Commerzbank angepeilt, den Überschuss von 1,92 Milliarden Euro aus 2007 zu erreichen oder zu übertreffen. Zwischen Januar und März sank der Gewinn wegen weiterer Abschreibungen im Zusammenhang mit der Finanzkrise unter dem Strich um 54 Prozent auf 280 Millionen Euro. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten mit einem Rückgang in dieser Größenordnung gerechnet. Die Wertkorrekturen beliefen sich auf insgesamt 244 Millionen Euro.

"Angesichts der außergewöhnlichen Finanzmarktsituation wäre es zu diesem Zeitpunkt nicht sinnvoll, einen engen Korridor für die Ertragsziele 2008 anzugeben", betonte Müller. Allerdings sei er zuversichtlich, dank Wachstumsanstrengungen und einer "deutlichen Risikoreduzierung" im weiteren Jahresverlauf operativ voranzukommen. Mittelfristig sieht sich die zweitgrößte deutsche Bank auf Kurs und bekräftigte das Ziel, eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von mehr als 15 Prozent zu erreichen.

Im ersten Quartal sank die Nachsteuerrendite auf 8,4 Prozent nach 19,7 Prozent im Vorjahr. Vor Steuern verdiente die Commerzbank 410 Millionen Euro nach 908 Millionen Euro im Vorjahr. Die Schätzungen lagen bei 394 Millionen Euro.

Vor allem das Kerngeschäft mit dem Mittelstand sowie Privat- und Geschäftskunden, aber auch das Geschäft mit gewerblichen Immobilien hätten sich stabil gezeigt. Unterstützt wurde das Ergebnis durch den Buchgewinn aus dem Verkauf der französischen Vermögensverwaltungstochter CCR. Belastet wirkte sich neben den Wertkorrekturen im Zusammenhang mit der Krise auch die Restrukturierung der Hypothekenbank in Essen aus.

Der Zinsüberschuss lag im ersten Quartal mit 1,022 Milliarden Euro 2,2 Prozent unter dem Vorjahreswert, übertraf aber die Prognosen der Analysten von 1,008 Milliarden Euro. Um den steigenden konjunkturellen Risiken Rechnung zu tragen stockte die Commerzbank die Risikovorsorge auf 175 (160) Millionen Euro auf. Der Provisionsüberschuss fiel mit einem Rückgang von 13,6 Prozent auf 732 Millionen Euro schwächer aus als erwartet. Das Handelsergebnis, in dem sich ein Teil der Wertkorrekturen niederschlug, sackte um 42,5 Prozent auf 173 Millionen Euro ab. Die Verwaltungskosten sanken um 2,8 Prozent auf 1,322 Milliarden Euro.

Die Finanzkrise schlug sich im ersten Quartal nicht nur in Abschreibungen nieder, sondern auch in der so genannten Neubewertungsrücklage. Diese rutschte bis Ende März auf minus 280 Millionen Euro. Ende Dezember hatte sie noch bei plus 903 Millionen Euro gelegen. Dies sei auf die Marktbewertung von festverzinslichen Wertpapieren sowie auf einen geringeren Umfang des Aktienbestands zurückzuführen.

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