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Die Commerzbank nimmt das Rettungspaket der Regierung an

Commerzbank nimmt das Rettungspaket an

Die Bundesregierung schnürte in großer Eile ein Rettungspaket für die angeschlagenen Banken. Doch nur langsam nehmen sie es an.

Die Banken zögern, das 500-Milliarden-Euro-Rettungspaket der Bundesregierung anzunehmen. Sie fürchten nicht nur einen Imageverlust, sondern auch die damit verknüpften Bedingungen wie beispielsweise limitierte Vorstandsgehälter.

Die Commerzbank allerdings nimmt das Rettungspaket nun in Anspruch, wie die Zeit berichtet. Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann wird hingegen nicht müde, zu betonen, seine Bank habe kein Geld vom Staat nötig. Er rät anderen Instituten jedoch dazu, das Paket anzunehmen, wie heute.de berichtet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert die Banken auf, das Hilfsangebot anzunehmen. Gerd Häusler, ehemaliger Direktor des IWF, sagt "Der Markt wird die Banken zwingen".Bereits von dem Paket profitiert haben die Hypo Real Estate sowie die WestLB und die HSH Nordbank.

Hintergrund

Die wesentlichen Bestandteile des Pakets sind Finanzspritzen und Bürgschaften für die Unternehmen. Mit Bürgschaften von 400 Milliarden Euro will die Regierung erreichen, dass die Banken sich untereinander wieder Geld leihen. Sie haben eine Laufzeit von bis zu drei Jahren. Für die Garantie wird ein Entgeld fällig. Der Staat springt erst ein, wenn ein Kredit platzt. Für dieses Risiko stellt der Bund rund 20 Milliarden Euro bereit.

Die direkten Finanzspritzen des Bundes können bis zu 80 Milliarden Euro ausmachen. Im Gegenzug kann sich der künftige „Finanzmarktstabilisierungsfonds“ (FMS) an Banken beteiligen. Diese Beteiligung wird erleichtert, indem Vorstände bis Ende 2009 ermächtigt sind, das Grundkapital durch Ausgabe neuer Aktien, um bis zu 50 Prozent zu erhöhen. Altaktionäre müssen nicht zustimmen und haben kein Bezugsrecht. Die neuen Aktien müssen an den Fonds gehen. Erworbenes Vermögen kann später wieder verkauft werden. Allerdings nicht auf einen Schlag am 01. Januar 2010, wenn mit der Abwicklung des Fonds begonnen wird. Der Staat schließt auch nicht aus, faule Kredite der Banken aufzukaufen. Inzwischen gibt es aber flexiblere Bilanzregeln, so dass dies weniger erwartet wird.

Die Staatshilfen sind an strenge Auflagen gebunden. Dies betrifft Managergehälter, Bonuszahlungen, Ausschüttungen an Aktionäre, die Geschäftspolitik sowie Kreditvergabe.

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