Tui als Containerriese kommt an der Börse schlecht an: Aktie fällt

- Hannover - Der Kurswechsel begann vor knapp einem Jahr. Anfang September 2004 verkündete Tui-Chef Michael Frenzel, die Schifffahrts-Tochter Hapag-Lloyd werde nicht wie geplant an die Börse gebracht. Mit der milliardenschweren Übernahme der kanadischen Reederei CP Ships soll die Ertragsperle weiter gestärkt werden.

Der weltgrößte Tourismus-Konzern will als zweites Standbein das hoch profitable Geschäft mit der Containerschifffahrt ausbauen. Hapag-Lloyd soll im rasant wachsenden Transportgeschäft auf den Weltmeeren unter die ersten Fünf der Branche vorrücken.

Das Echo reichte von "geschickt" bis "fragwürdig". Der Finanzmarkt reagierte wenig begeistert, die Aktie fiel. Per-Ola Hellgren von der Landesbank Rheinland-Pfalz fragte: "Bleibt Tui ein Touristikgeschäft oder wird sich der Konzern zum Schifffahrtsunternehmen entwickeln? Dass Tui beides sein wird, können wir auf längere Sicht kaum nachvollziehen." Genau dies aber versichert Frenzel. Schon seit Erwerb der Hapag-Lloyd 1997 habe die Mutter rund 1,8 Milliarden Euro in den Ausbau der Flotte investiert. "In beiden Märkten arbeitet die Zukunft für uns."

Die strategische Grundentscheidung, die Schifffahrt weiter auszubauen, gelte daher auf jeden Fall, machte der Konzernlenker deutlich. Auch wenn die Übernahme der kanadischen Reederei Canadian Pacific Ships (CP Ships) trotz aller Zuversicht doch nicht klappen sollte. 1,7 Milliarden Euro hat Tui geboten. Ganz ohne Risiko ist das nicht. Die kommenden Aussichten für die Branche werden angesichts des wachsenden Welthandels zwar überwiegend positiv bewertet. Es gibt aber auch mahnende Stimmen, die vor Überkapazitäten warnen.

Der Einfluss der Schifffahrt auf die Bilanz würde mit der Übernahme deutlich steigen. Mit der Touristik erlöst Tui drei Viertel des Umsatzes. Hapag-Lloyd lieferte 2004 knapp 20 Prozent des Umsatzes, aber 47 Prozent der Gewinne. Die profitable Schifffahrt könnte auch schwankende Ergebnisse des Tourismus ausgleichen.

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