Conti-Führungskräfte lehnen Übernahmeangebot von Schaeffler ab

Hannover - Die Führungskräfte des Autozulieferers Continental lehnen das Übernahmeangebot der Schaeffler-Gruppe ab. "Wir haben einfach kein Vertrauen", sagte der Sprecher der leitenden Angestellten bei der Conti, Thorsten Reese, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hannover.

Die Führungskräfte glaubten den Zusicherungen der Schaeffler-Gruppe nicht, Conti werde im Falle einer Übernahme nicht zerschlagen und bleibe ein eigenständiger Konzern mit Sitz in Hannover. "Die können uns das Blaue vom Himmel versprechen", sagte Reese. Er ist Mitglied des Conti-Aufsichtsrats, der am Mittwoch zu einer Krisensitzung zusammenkommt.

Reese stützte damit die Position von Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer. Mit Spannung wird erwartet, ob sich der Aufsichtsrat am Mittwoch hinter den Conti-Vorstand stellt. Dieser lehnt das Übernahmeangebot strikt ab.

"Da müsste man schon sehr sehr gute Argumente anführen, damit wir uns da umstimmen lassen könnten", sagte Reese mit Blick auf die Position der Führungskräfte. "Im Moment sehen wir die Argumente des Vorstandes als deutlich glaubwürdiger an als die, die wir von der anderen Seite hören." Reese ist Vorsitzender eines Sprecherausschusses, der rund 1300 Conti-Führungskräfte in Deutschland vertritt. "Wir stehen als Konzernsprecherausschuss geschlossen hinter unserem Vorstand."

Der entscheidende Punkt sei die Art und Weise, wie sich Schaeffler den Zugriff auf 36 Prozent an Conti "erschlichen" habe, sagte Reese. "Wir haben, so wie das gelaufen ist - ob das rechtlich relevant ist oder nicht - das Vertrauen in die Leitung der Schaeffler-Gruppe verloren." Es gebe ein paar Beispiele aus der Vergangenheit, bei denen Schaeffler auch eine ganze Menge versprochen und im Endeffekt "nicht alles oder vieles nicht" eingehalten habe. Auf der Grundlage des jetzigen Angebots und mit Blick auf das Vorgehen der Schaeffler- Gruppe müsse es das Ziel sein, eine Übernahme zu verhindern. Conti sei zukunftsfähig aufgestellt und brauche Schaeffler nicht.

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