Conti: Werksschließung trotz Rekordgewinn

- Hannover - Der Automobilzulieferer Continental nimmt nach einem Rekordgewinn 2005 nun China ins Visier und will in ein neues Reifenwerk bis zu 250 Millionen Dollar investieren. Die Entscheidung für die Produktionsstätte soll im zweiten Quartal fallen. Im Geschäftsjahr 2005 hat der Konzern, der an Vortag den endgültigen Beschluss zur Schließung eines Werkes am Stammsitz Hannover-Stöcken gefasst hatte, alle wichtigen Bilanzzahlen erneut verbessert.

Auch 2006 wolle das Unternehmen bei Erlös und Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) neue Bestwerte erreichen, sagte Vorstandschef Manfred Wennemer (siehe Gesicht des Marktes). Konkrete Zahlen legte er nicht vor. Der Konzern prüfe in China verschiedene Standorte. In dem Werk sollen zunächst pro Jahr vier bis sechs Millionen Pkw- und bis zu 0,7 Millionen Nutzfahrzeug-Reifen produziert werden.

Das vierte Quartal sei ähnlich gut wie die Vorquartale verlaufen. Finanzvorstand Alan Hippe kündigte eine "maßgebliche Erhöhung" der Dividende für 2005 an. Die Steigerung werde aber kein "riesiger Monsterschritt" und geringer als 2004 ausfallen. Seinerzeit hatte Conti die Dividende von 0,52 auf 0,80 Euro je Aktie erhöht.

Angesichts der hohen Barmittelbestände solle ein "stattlicher Teil" der ungedeckten Pensionsverpflichtungen von 1,2 Milliarden Euro abgetragen werden, sagte Hippe. Für Übernahmen habe der Konzern zwei bis vier Milliarden Euro vorgesehen. Es werde keinen Schnellschuss geben: "Nur weil wir das Geld in der Tasche haben, werden wir keine Dummheiten machen."

"Wir müssen durch Innovation und Kostendisziplin uns Wachstum und ordentliche Renditen verschaffen", sagte der Manager, der wegen der geplanten Schließung des Pkw-Reifenwerks mit 320 Mitarbeitern massiv in die Kritik geraten war.

Im US-Geschäft schrieb der Zulieferer 2005 wegen der angespannten Lage bei den großen Autobauern erneut rote Zahlen. Im US-Reifenwerk Charlotte, das weltweit die höchsten Kosten habe, würden weitere Stellen abgebaut, kündigte Hippe an.

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