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Trotz Konjunkturdelle in China: Conti schreibt seine Prognose leicht herauf. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Conti stemmt sich gegen China-Schwäche

Das schwächere Wachstum in China trifft auch deutsche Autozulieferer. Continental kann die Einbußen noch gut abfedern - auch dank niedriger Preise für den Rohstoff Reifen-Kautschuk. Die Abgas-Affäre bei VW ruft keine Alarmstimmung hervor. Aber ihre Folgen sind ungewiss.

Hannover (dpa) - Niedrige Rohstoffpreise im Reifengeschäft helfen dem Autozulieferer Continental vorerst über die Schwächephase in China hinweg. Bis zum Ende des Jahres soll es in dem wichtigen Markt auch wieder bergauf gehen, sagte Finanzchef Wolfgang Schäfer.

Das Schlussquartal sei gut angelaufen - unter anderem wegen starker Winterreifen-Verkäufe. Anleger hatten sich jedoch schon jüngst mehr erhofft. Umsatz und Gewinn legten zwar kräftig zu, die Aktie sackte aber um 4,2 Prozent ab und war damit das Schlusslicht im Dax.

Der Abgas-Skandal bei Volkswagen, einem der größten Kunden, dürfte noch keine Spuren bei Conti hinterlassen haben. Die Manipulationen im VW-Konzern waren erst Mitte September bekanntgeworden.

"Wir sehen da keine Veränderung in den letzten acht Wochen", berichtete Schäfer. "Weder in den USA noch in Europa sehen wir eine Verschiebung von Diesel hin zu Benziner oder einen stärkeren Rückgang im Dieselmarkt." Der Manager gab aber gleichzeitig zu bedenken, dass es noch zu früh sei für Aussagen zu möglichen mittelfristigen Folgen.

Conti gehört neben Konkurrenten wie Bosch zu den weltgrößten Autozulieferern und ist einer der größten VW-Partner. Schäfer sagte, dass Dieselmotoren technisch aufwendiger seien und damit tendenziell auch mehr Umsatz und Ertrag brächten. Da es bei Benzinmotoren aber auch den Trend gebe, mit zusätzlicher Technik wie Turboladern die gleiche oder mehr Leistung trotz sinkender Hubräume zu realisieren ("Downsizing"), sei das Ottomotoren-Geschäft in der Summe für Conti nicht zwangsläufig weniger interessant als das mit Dieseln.

Im Reifengeschäft bekommt das Unternehmen derzeit Schub durch die niedrigen Rohstoffkosten. Bei Synthesekautschuk drücken hohe Kapazitäten in Asien noch immer auf die Preise. Das macht laut Schäfer auch Reifen etwas billiger: "Wir haben schon Preisdruck gespürt im Reifenmarkt." Im kommenden Jahr dürften die Rohstoffpreise aber wieder anziehen, schätzte er.

Auch in China rechnet der Konzern mit einer Erholung. Im vierten Quartal erwartet Schäfer ein Wachstum der Autoproduktion um drei bis vier Prozent. Auf Dauer will sich Conti generell unabhängiger von der Autobranche machen. Der Umsatzanteil des Geschäfts als Erstausrüster der Autohersteller soll von derzeit etwa 70 auf 60 Prozent sinken.

Allerdings lief es gerade hier bei der Tochter Contitech im dritten Quartal schlecht. Schließungen von Minen und schwächere Geschäfte mit Teilen für die Ölförderung bremsten die Nachfrage nach Produkten wie Transportbändern und Schläuchen. Weltweit werde es daher weitere Kapazitätsanpassungen geben. Nach der angekündigten Schließung eines Werks in Salzgitter und Jobabbau in Gifhorn sollen sich Kürzungen bei Contitech laut Schäfer aber auf andere Regionen konzentrieren.

Unterm Strich verdiente Conti im dritten Quartal 635,7 Millionen Euro - 28 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, aber deutlich weniger als erwartet. Der Umsatz stieg um 11 Prozent auf 9,62 Milliarden Euro.

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