Continental wieder im Dax und Absteiger MLP gratuliert sogar

- Frankfurt - Die Überraschung blieb aus: Continental darf wieder in die erste deutsche Aktienliga aufsteigen. Damit entschied die Deutsche Börse so, wie die meisten Beobachter es erwartet haben: MLP steigt in den M-Dax ab. Dieser Index enthält künftig noch einen Finanzdienstleister: Comdirect, bisher im S-Dax, ersetzt im M-Dax Teleplan.

<P>Dagegen bleibt T-Online als stärkster Wert im Tec-Dax, der am unteren Ende kräftig durcheinander gewirbelt wurde. Und auch der ewige Aufstiegskandidat Beiersdorf bleibt wegen drohender Übernahme (durch Tchibo oder andere) im M-Dax gefangen.<BR>Offenbar hatten einige Anleger doch auf ein Aufrücken der Telekom-Tochter gesetzt. Die Aktie hatte in den Tagen vor der Börsen-Entscheidung locker die Marke von 10-Euro geknackt und gehörte gestern zu den Verlieren. MLP dagegen konnte trotz des Abstiegs sogar stärker zulegen als der Aufsteiger Continental.</P><P>Das geruhsame Nebenwertedasein hat offenbar doch eine Reihe von Vorzügen. Man steht nicht so sehr im Blickfeld. Vor allem für Shortseller, die - meist gut organisiert - auf fallende Kurse setzen, sind die jeweils schwächeren Werte in einem Index leicht zu erlegendes Freiwild. So hat sich auch der Absteiger Epcos erst nach seinem Dax-Rauswurf stabilisieren können. Entsprechend gelassen reagierte MLP: "Wir nehmen das sportlich und gratulieren Conti", sagte ein Sprecher.</P><P>Continental-Chef Manfred Wennemer sprach nicht zuletzt deshalb von einer "Herausforderung". Gleichwohl dürfte der ehemalige Reifenkonzern, der längst das meiste Geld mit Antiblockiersystemen und elektronischen Stabilitätsprogrammen verdient, auch kurstechnisch eher Stabilität versprechen: Ein Industriekonzern mit einem Umsatz von 11,4 Milliarden Euro, einem Gewinn von 694 Millionen und 65 000 Beschäftigten, dürfte weniger leicht ins Schleudern zu bringen sein als gefallene Börsenlieblinge aus dem Technologie- oder Dienstleistungssektor. Zudem fährt Chef Wennemer einen höchst soliden Kurs: "Wachsen, Schulden reduzieren und ein ordentliches Ergebnis erzielen", umschreibt er die unspektakuläre, aber erfolgreiche Strategie. So hofft er, schon bald im Mittelfeld des Dax mitspielen zu können.</P><P>Erstmals übrigens schafft mit Conti ein deutsches Unternehmen den Wiederaufstieg in die erste Börsenliga. Denn der Konzern gehörte zu den "Gründungsmitgliedern" des Dax, musste aber 1996 dem Aufsteiger Münchener Rück Platz machen.</P><P>Auch im lange kränkelnden Technologie-Sektor gibt es Comebacks _ und zwar gleich drei: Mit Süss Microtec, Freenet und Teles sind alte Bekannte aus dem Neuen Markt unseligen Angedenkens wieder im Technologie-Spitzensegment vertreten. Und ausgerechnet zwei Technologie-Krisengewinnler, die Windenergie-Unternehmen Plambeck und Nordex, müssen dafür weichen, außerdem das Biotech-Unternehmen Medigene.</P><P>Mit Mobilcom und Freenet sind damit zwei Unternehmen aus einer Familie im Tec-Dax vertreten. Der Internet-Dienstleister, der in Deutschland AOL vom zweiten Platz verdrängt hat, sollte - als die Pleite im Raum stand - von Mobilcom eigentlich zur Schuldentilgung versilbert werden. Davon ist nach den rasanten Anstiegen der Kurse beider Unternehmen in den vergangenen Monaten längst nicht mehr die Rede.</P>

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