Cordes geht ohne Abfindung

- Stuttgart - Der scheidende Mercedes-Chef Eckhard Cordes wird vom Autokonzern DaimlerChrysler keine Abfindung erhalten. Dies bestätigte DaimlerChrysler am Freitag auf Anfrage. In einem Brief an die Belegschaft gab Cordes unterdessen erstmals die Beweggründe für sein abruptes Ausscheiden bekannt.

In dem Brief, der dpa vorliegt, heißt es: "Es ist meine tiefe Überzeugung, dass Dieter Zetsche freie Hand haben muss, ein Führungsteam zu formen, das mit voller Kraft und in jeder Sekunde konfliktfrei die enormen Herausforderungen der Mercedes Car Group angeht."

Weiter heißt es dort: "Ich weiß, dass Sie alle sich damit erneut und nach kurzer Zeit auf eine neue Führung einstellen müssen." Cordes fügte hinzu: "Dennoch war dieser Schritt unumgänglich, denn ich wollte nach den Entscheidungen der letzten Wochen den Weg für den neuen Vorstandsvorsitzenden vollständig frei machen." Und: "Ich selbst werde DaimlerChrysler und die Mercedes Car Group verlassen und nach neuen Aufgaben suchen."

Cordes hatte ursprünglich einen Vertrag bis Ende 2008. Er verlässt das Unternehmen zum 31. August auf eigenen Wunsch, nachdem er im Machtkampf um die Nachfolge des scheidenden DaimlerChrysler-Vorstandschefs Jürgen Schrempp unterlegen war. Statt Cordes wurde Chrysler-Chef Dieter Zetsche mit Wirkung zum 1. Januar 2006 zum DaimlerChrysler-Vorstandsvorsitzenden gekürt. Der 52-jährige Zetsche übernimmt ab September auch die Verantwortung für die Mercedes Car Group (Mercedes, Smart, Maybach).

Cordes hatte nach der Rücktrittsankündigung Schrempps mit der Einlösung von DaimlerChrysler-Aktienoptionen insgesamt rund eine Million Euro eingestrichen. Der Manager besitzt noch weitere Aktienoptionen, die auch nach seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen Gültigkeit behalten.

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