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Eckhard Cordes will nicht länger Vorstandschef des Handelskonzern Metro sein.

Cordes will Metro-Chefposten aufgeben

Düsseldorf - Beim Handelsriesen Metro tobte seit Wochen ein Machtkampf. Der Stuhl von Konzernchef Cordes wackelte heftig. Jetzt will der Spitzenmanager spätestens in einem Jahr freiwillig seinen Schreibtisch räumen.

Die weltweit 280 000 Mitarbeiter des größten deutschen Handelskonzerns Metro bekommen einen neuen Chef. Nach wochenlangem Machtkampf macht der Vorstandsvorsitzende Eckhard Cordes den Weg für einen Führungs- und Generationswechsel frei. Für eine Verlängerung seines bis Ende Oktober 2012 laufenden Vertrages stehe er nicht mehr zur Verfügung, erklärte der 60-jährige Konzernchef am Sonntag. Wann Cordes genau seinen Schreibtisch räumen wird, ist noch unklar. Aktionärsschützer fordern angesichts zahlreicher Baustellen im Düsseldorfer Konzern eine zügige Klärung der Spitzenpersonalie.

Mitten in der Ferienzeit braute sich ein heftiges Gewitter über dem ehrgeizigen Manager zusammen. Die Elektronikketten Media Markt und Saturn - immerhin zweitwichtigste Gewinnquelle des Düsseldorfer Konzerns nach den Metro-Großhandelsmärkten - wiesen für die Monate April, Mai und Juni einen Quartalsverlust aus. Zudem schwelte der Dauerstreit mit dem Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals. Hinzu kamen die Turbulenzen an den Börsen. Alles in allem keine günstige Konstellation für die anstehenden Gespräche über eine Verlängerung von Cordes' Vertrag. Schnell machten Gerüchte die Runde, der Stuhl von Cordes wackele. Lange Zeit ließ der wichtigste Metro-Großaktionär Haniel Gerüchte unkommentiert, Cordes solle freiwillig den Konzern verlassen.

Der Konzernlenker stand plötzlich und für lange Zeit allein im Regen. In Kreisen der Eigentümer war Unzufriedenheit zu hören. Dabei ging es nicht nur um den Aktienkurs, der als Messlatte für den Erfolg eines Manager gilt. Wer auf weitgehende Veränderungen wie den Verkauf der Warenhauskette Kaufhof und des Lebensmittelhändlers Real gehofft hatte, sah sich enttäuscht. Bei Arbeitnehmervertretern hatte Cordes ohnehin einen schweren Stand durch seinen rigiden Sparkurs mit dem Abbau von weltweit 19 000 Stellen. Sollten sowohl Kaufhof als auch Real verkauft werden, würden ungefähr 60 000 Mitarbeiter in Deutschland den Düsseldorfer Konzern verlassen. Diese Arbeitsplätze bestünden zwar weiter, aber dafür wären dann andere verantwortlich.

Cordes gelang es zwar, die Unterstützung der Großaktionäre Haniel und Schmidt-Ruthenbeck zu bekommen, die sich im September gemeinsam für eine Vertragsverlängerung aussprachen. Doch am Ende stand für den Konzernchef eine bittere Erkenntnis nach der heftigen Debatte um seine Person, den nicht enden wollenden Spekulationen und Sticheleien: “Allerdings bin ich durch die Vorkommnisse der vergangenen Wochen und Monate zu dem Schluss gekommen, dass eine vertrauensvolle Basis für einen Verbleib an der Spitze der Metro AG nicht mehr gegeben ist“, sagte er in einer persönlichen Erklärung.

Aktionärsschützerin Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) fordert, die Nachfolge zügig zu klären, damit “endlich Ruhe einkehrt“. Ein Vorstandschef sollte die 100-prozentige Unterstützung des Aufsichtsrates haben. Die Metro habe viele Baustellen wie den Rechtsstreit mit Kellerhals und die Neuausrichtung von Media/Saturn. Damit stehe der künftige Metro- Chef vor großen Herausforderungen. “Das wird kein Spaziergang.“

dpa

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