Das Logo der Commerzbank hängt an der Außenfassade Filiale.
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Auch die Commerzbank will ihren Personalstamm über Abfindungen deutlich verringern.

Strukturwandel

Abfindung: So viel zahlen Unternehmen, um Mitarbeiter zum Gehen zu bewegen

  • Philipp Fischer
    vonPhilipp Fischer
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Um Kosten zu sparen, wollen sich viele Unternehmen von Mitarbeitern trennen. Doch ohne Abfindungen geht das häufig nicht. Was Beschäftigte erwarten können.

Frankfurt - Bis zu 10.000 bei der Commerzbank und 18.000 Stellen bei der Deutschen Bank - viele Unternehmen trennen sich zurzeit von Tausenden Mitarbeitern. Um den Stellenabbau voranzutreiben, locken einige Firmen mit lukrativen Abfindungen. Besonders für ältere Arbeitnehmer könnten die Angebote der Unternehmen vielversprechend sein.

Abfindungen: Viele Branchen wollen Stellenabbau mit hohen Abfindungen vorantreiben

Wie die FAZ berichtet, soll es für Mitarbeitern der Commerzbank künftig möglich sein, mit gerade einmal 55 Jahren mit einer hohen Abfindungssumme in den Ruhestand zu gehen. Die Bank würde dafür 139.000 Euro je Altersteilzeitvertrag bezahlen. Der Verkauf von Teilen des Geschäftes und der freiwillige Abgang von Mitarbeitern sind neben der Altersteilzeit ein beliebtes Mittel von Unternehmen, um den Stellenabbau voranzutreiben. Auch Haribo baut nach der Schließung eines Werks in Wilkau-Haßlau in Ost-Deutschland Stellen ab. Wie Business Insider erfahren haben will, soll jeder der Mitarbeiter eine Abfindung erhalten. Diese soll durchschnittlich zwischen 35.000 und 50.000 Euro betragen. Doch Arbeitnehmer mit einer Betriebszugehörigkeit von 22 Jahren können sogar mit einer Summe in Höhe von 130.000 Euro rechnen.

Abfinden: Automobilbranche baut Personal ab - auch wegen Corona

„Abfindungsprogramme und Personalabbau sind wegen Corona in den Fokus der Unternehmen gerückt“, sagt Inga Dransfeld-Haase, Präsidentin des Bundesverbandes der Personalmanager (BPM) im Gespräch mit der FAZ. Laut einer Studie des Verbands liegen vor allem die Themen Outsourcing und Personalabbau bei vielen Unternehmen derzeit im Trend. Dazu komme in Branchen wie der Automobilbranche, ein Strukturwandel, der durch Corona* noch beschleunigt werde.

Und in der Tat scheinen einige Unternehmen den Abgang von Mitarbeitern zu forcieren. Daimler etwa klärt zurzeit in einer fast 30 Seiten langen Informationsbroschüre seine Mitarbeiter über die Abfindung auf. Wer sich extra schnell entscheidet, hat sogar die Aussicht auf eine „Turbo-Prämie“. Damit würde ein 45 Jahre alter Mitarbeiter mit einem Bruttogehalt von 65.000 Euro auf einen Mindestbetrag von 215.000 Euro kommen. Nach Angaben des Konzerns haben sich bereits 1100 Arbeitnehmer für einen freiwilligen Abgang entschieden. Viele Unternehmen setzen auf diese Freiwilligenprogramme, um Restrukturierungsprozesse anzukurbeln. Doch dabei laufen die Firmen Gefahr, auch wertvolles Know-How zu verlieren.

Abfindungen in Deutschland: So berechnen Sie die Höhe der Abfindung

Um die Abfindung zu berechnen, gibt es eine einfache Faustregel: Ein halbes Brutto-Monatsgehalt mal Dauer der Betriebszugehörigkeit in Jahren. Um jedoch astronomisch hohe Summen zu vermeiden, gibt es für die Zahlungen häufig eine Obergrenze. Die Abfindungen von Vorstandsposten und Spitzenpositionen sprengen jedoch oftmals die Vorstellungskraft eines Normalverdieners. So erhielt etwa die ehemalige Co-Chefin von SAP, Jennifer Morgan, nach nur sechs Monaten eine Abfindung von 15 Millionen Dollar. (phf) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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