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Corona-Bonus: BMW, Siemens oder Infineon - Das planen die Unternehmen

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Von: Matthias Schneider

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Bis zu 1500 Euro dürfen Unternehmen ihren Mitarbeitern als Corona-Hilfe auszahlen - steuerfrei. Doch längst nicht alle machen davon Gebrauch. Welche Arbeitgeber Geld in die Hand nehmen.

München - Seit März 2020 gibt es für Unternehmen die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter für besondere Belastungen während der Corona-Krise zu entlohnen. Bis März 2022 darf jeder Arbeitnehmer einmalig maximal 1500 Euro steuerfrei bekommen. Doch wer profitiert von den Boni?

Branchen-Tarife sichern Corona-Zahlung

Die IG-Metall hat nach Angaben eines Sprechers bereits im April 2021 Corona-Zahlungen in verschiedenen Branchen vereinbart. In der Metall- und Elektroindustrie sind es demnach einmalig 500 Euro, für Azubis 300 Euro.

Ähnlich sieht es beim Kfz-Handwerk aus: Hier bekommen Festangestellte 500 Euro Bonus, Azubis stattdessen 30 Euro mehr Ausbildungsvergütung ab August 2021. Ausgewogener ist die Aufteilung im Bereich Textil und Bekleidung: Hier bekommen Azubis wie Festangestellte jeweils 325 Euro extra. In der Schreib- und Zeichengeräteindustrie gibt es einmalig 450 Euro und 300 für die Azubis. Am meisten Bonus gibt es in der Holz- und Kunststoffverarbeitenden Industrie: Einmalig 535 Euro für Festangestellte, 200 Euro für Azubis.

Corona-Sonderzahlung für Beamte und den öffentlichen Dienst

Trotz brummender Konjunktur zeigte sich der Staat als großzügigster Arbeitgeber: Nach den erfolgreichen Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und der Tarifgememeinschaft der Länder (TdL) sollen die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst im März einmalig 1300 Euro netto bekommen. Zusätzlich gibt es ab Dezember kommenden Jahres 2,8 Prozent mehr Lohn. Azubis, Praktikanten und Studenten bekommen dann 50 Euro mehr - im Gesundheitssektor sind es 70. Der Freistaat Bayern übernimmt den Tarifabschluss auch für seine Beamten und Pensionäre - letztere aber ohne Sonderzahlung. Klinikmitarbeiter sollen eine besondere Prämie bekommen.

Wacker Chemie zahlt Corona-Bonus

Der Chemiekonzern hat allen Mitarbeitern, die zum 1. Juli 2021 aktiv waren, eine einmalige Prämie von 500 Euro ausgezahlt. Für Angestellte im Ausland wurde der Bonus an die lokale Kaufkraft angepasst. Wacker-Sprecher Florian Degenhart gegenüber unserer Zeitung: „Das Unternehmen dankt auf diese Weise den Beschäftigten, die mit ihrem Engagement und ihrer Flexibilität wesentlich dazu beigetragen haben, dass Wacker bislang gut durch die Krise gekommen ist.“

Infineon stockt Tarif-Bonus auf

Der Halbleiterproduzent Infineon hat rund 20.500 Schichtarbeitern weltweit insgesamt einen Corona-Bonus im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich ausgezahlt. Mitarbeiter außerhalb der Fertigung haben einmalig 250 Euro erhalten. Tarifmitarbeiter haben zusätzlich die 500 Euro Bonus für die Metall- und Elektrouindustrie bekommen. Der Konzern erwartet im kommenen Jahr starke Zahlen.

Adidas zahlt kräftigen Zuschuss

Der Sportartikelhersteller aus dem fränkischen Herzogenaurach hat seinen Mitarbeitern weltweit bereits 2020 eine Sonderprämie von bis zu 1000 Euro bezahlt.

Corona-Bonus bei Siemens

Der Münchner Technologieriese hat allen Mitarbeitern unterhalb des Senior Managements eine Zahlung von einmalig bis zu 1000 Euro zukommen lassen.

Corona-Bonus: Roche setzt auf Gewinnbeteiligung

Der Pharmakonzern mit Standort in Penzberg zahlt seinen Mitarbeitern keine bedingungslose Prämie: Vielmehr würden einzelne Abteilungen oder Mitarbeiter, die in der Pandemie besondere Leistungen erbringen, mit Prämien ausgezeichnet. Über die genaue Höhe äußerte sich der Konzern nicht. Sprecher Johannes Ritter verweist auf die Absicherung für Familien: „Wir hatten ein zweiwöchiges kostenfreies Online-Betreuungsangebot für Kinder und die Garantie der vollen Lohnfortzahlung, auch wenn aufgrund der Kinderbetreuung kein oder nur teilweise Arbeiten möglich war.“ Zusätzlich gebe es eine Gewinnbeteiligung für alle Mitarbeiter, die im März ausgezahlt wird.

BMW zahlt 15 Gehälter

Der Münchner Autobauer hat seinen Mitarbeitern keinen Corona-Bonus ausgezahlt und plant dies auch nicht. Dennoch geht es den Angestellten nicht schlecht: Über verschiedene Bausteine wurden für das Geschäftsjahr 2020 insgesamt 15 Monatsgehälter ausgezahlt, wie eine Sprecherin unserer Zeitung sagte. Die Gewinnbeteiligungen für 2021 werden demnach am 17. März bekannt gegeben. Hier dürfte einiges zu erwarten sein.

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