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Corona-Gipfel: Verschärfung für Gastronomie fix - Opposition übt heftige Kritik an MPK-Beschluss

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Von: Patricia Huber

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Bund und Länder haben sich beim ersten Corona-Gipfel des Jahres auf die Einführung der 2G-Plus-Regel in der Gastronomie geeinigt. Kritik am Beschluss kommt von der Opposition.

Update vom 7. Januar, 20.20 Uhr: Nach dem Beschluss beim Corona-Gipfel, wonach in der Gastronomie künftig bundesweit 2G-plus gelten soll, kommt harsche Kritik aus Kreisen der Opposition.

„Die Verschärfungen für die Gastronomie sind fragwürdig. Kaum eine Branche war in den letzten zwei Jahren schwerer betroffen. Vielerorts haben sich sinnvolle Schutzkonzepte bewährt. Und doch bezeichnet der Gesundheitsminister die Gastronomie öffentlich als ‚Problembereich‘. Es ist weder sachlich noch fair, eine am Boden liegende Branche zum Sündenbock zu erklären“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, Tino Sorge, dem Münchner Merkur.

„Katastrophe für Restaurants“: MPK-Verschärfung für Gastro fix - trotz aller Warnungen

Update vom 7. Januar, 15.25 Uhr: Es ist beschlossen. Schon bald dürfen Geimpfte und Genesene in Deutschland nur noch mit negativem Test in Restaurants, Bars, Kneipen und Cafés. Darauf haben sich Bund und Länder laut Spiegel-Informationen nun geeinigt. Die Regel soll bundesweit und unabhängig von der Inzidenz gelten.

Update vom 7. Januar, 14.43 Uhr: Tino Chrupalla, Bundessprecher der Alternative für Deutschland, appelliert in einer Pressemitteilung an die Teilnehmer der heute stattfindenden Ministerpräsidentenkonferenz, die 2G-Plus-Regel für in der Gastronomie nicht einzuführen. „Die Gastronomiebetriebe kämpfen seit gut zwei Jahren in der Corona-Pandemie-Krise ums nackte Überleben. Die insbesondere im ländlichen Raum meist seit Generationen von der Inhaberfamilie geführten Betriebe sind jede Maßnahme, die von der Politik beschlossen wurde, mitgegangen. Das Vorhaben von Bundeskanzler Scholz, nun in den Gastronomiebetrieben die 2G-plus-Regel einführen zu wollen, würde der Branche den Todesstoß versetzen.“

Auch einen Mangel an Teststationen in der Nähe von Gastronomiebetrieben kritisiert Chrupalla. „Ein spontanes Abendessen fiele sowieso ganz aus. Dass nur Menschen, die bereits die Booster-Impfung erhalten haben, auch weiterhin ohne einen negativen Test gastronomische Betriebe aufsuchen können, kommt einer indirekten Impfpflicht gleich und würde die Gesellschaft weiter spalten. Ich appelliere an die Ministerpräsidentenkonferenz, die 2G-plus-Regel in Gastronomiebetrieben zu stoppen.“

Gastro-Einschränkungen: CDU sieht 2G-Plus-Pläne kritisch

Update vom 7. Januar, 11.47 Uhr: Bei der CDU finden die 2G-Plus-Pläne der Koalition keinen großen Anklang. Christoph Ploß, Mitglied im Parteivorstand, kritisierte die Pläne gegenüber Bild: „In von der SPD regierten Städten wie Hamburg gibt es nicht mal ausreichend Booster-Angebote für die Menschen! So macht Olaf Scholz unsere Gastronomen kaputt! Wir werden das als CDU nicht akzeptieren.“

Erstmeldung vom 7. Januar: Berlin - Die neue Corona*-Variante Omikron breitet sich rasend schnell aus und zwingt die Politik nun zum Handeln. In einer Bund-Länder-Konferenz soll heute (7. Januar) das weitere Vorgehen in der Pandemie besprochen werden. Auch eine Ausweitung der 2G-Plus-Regelung steht im Raum. Dies könnte vor allem die Gastronomie betreffen. Sollte dies umgesetzt werden, so dürften nur noch geimpfte oder genesene Restaurants besuchen, die zusätzlich einen negativen Test vorweisen können. Für Geboosterte würde die Testpflicht wegfallen.

Corona-Gipfel: Dehoga-Chefin kritisiert Pläne von Bund und Ländern

Doch aus der Branche wird Kritik laut. Die Chefin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, nennt die 2G-Plus-Regelung für die Gastronomie „eine Katastrophe für Cafés, Kneipen, Bars und Restaurants.“ Gegenüber der Bild erklärt sie, dass bereits mehr als die Hälfte der Betriebe um ihre Existenz fürchten. Durch eine 2G-Plus-Regelung würde dann auch noch die Laufkundschaft wegfallen.

Eine 2G-Plus-Regelung in Restaurants könnte für manche Menschen als Anreiz dienen, sich Boostern zu lassen und so den Schutz vor einer Ansteckung zu senken. Hartges sieht dies kritisch. Die Gastronomie sollte nicht leidtragend sein, wenn es darum geht, Anreize für eine dritte Impfung zu schaffen.

2G-Plus-Regelung: Politik größtenteils für die Ausweitung auf die Gastronomie

Die Politik hingegen steht der Ausweitung der 2G-Plus-Regelung größtenteils positiv gegenüber. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (beide SPD) rechnen mit einer schnellen Einigung auf die 2G-Plus-Regel für die Gastronomie. "Ich erwarte eigentlich keine großen Streitpunkte", sagte Bovenschulte am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". Es werde eine gemeinsame Regelung zu 2G-Plus in der Gastronomie und eine "dringende Empfehlung" für FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel geben.

Giffey sagte im RBB-Inforadio ebenfalls, sie gehe davon aus, dass die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten diese 2G-Plus-Regelung beschließen werden. "Wir haben ja hier jetzt eine Entwicklung, die sagt, das 'Plus' wird definiert als entweder getestet oder geboostert", sagte Giffey. Menschen mit Auffrischungsimpfung würden also "auch ohne Test weiter in die Gaststätten gehen können". Je mehr Menschen geboostert seien, "desto unproblematischer wird das auch", fügte Giffey hinzu. Die Alternative wäre eine komplette Schließung. (AFP/dpa/ph) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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