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„Keine Bescherung in diesem Jahr“: Handel zieht bittere Bilanz im zweiten Corona-Winter

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Von: Luisa Billmayer

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In der Corona-Pandemie macht der Online-Handel Geschäften in der Innenstadt weiter Konkurrenz.
In der Corona-Pandemie macht der Online-Handel Geschäften in der Innenstadt weiter Konkurrenz. © Montage: Georg Wendt/dpa, Rolf Vennenbernd/dpa

Während die Geschäfte in den Innenstädten leiden, hat die Logistikbranche Personalnot. Die Gewinner und Verlierer im zweiten Corona-Winter.

München - Die Corona-Pandemie und die zu deren Bekämpfung veranlassten Maßnahmen machen vielen Branchen zu schaffen. Auch der stationäre Einzelhandel ist betroffen. Maskenpflicht, Personenbegrenzungen, zeitweise veranlasste Schließungen und die kürzlich eingeführte 2G-Regel schmälern die Umsätze. Davon ist auch das sonst starke Weihnachtsgeschäft betroffen.

„Können das Weihnachtsgeschäft in die Tonne hauen“: Handel zieht enttäuscht Bilanz

„Das diesjährige Weihnachtsgeschäft ist eine herbe Enttäuschung für viele Händlerinnen und Händler. 2G setzt ihnen seit Wochen zu, und das in der für gewöhnlich umsatzstärksten Zeit des Jahres“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Handelsverbands (HDE) Stefan Genth. Zwei Drittel von 1000 befragten Handelsunternehmen zeigten sich unzufrieden mit dem bisherigen Verlauf im zweiten Corona-Winter, teilte der HDE am Sonntag in Berlin mit. Von den Läden in den Innenstädten hätten sich in der Trendumfrage sogar 80 Prozent negativ geäußert.

„Das Weihnachtsgeschäft ist gelaufen, wir können es in die Tonne hauen, es gibt für uns keine Bescherung in diesem Jahr“, sagte der Sprecher des Handelsverbands Bayern*, Bernd Ohlmann, der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. „Auch dieser Samstag hat wie befürchtet keinen Durchbruch gebracht.“ Normalerweise ist der letzte Samstag vor Weihnachten der beste Tag des Jahres für die Einzelhändler im Freistaat.

Corona führt zu mehr Paketen, aber weniger Frequenz in den Innenstädten

„Es verschiebt sich ganz dramatisch vom Einkauf in der Innenstadt ins Netz“, stellt Ohlmann fest. „Das Christkind kommt per Mausklick, das hat durch 2G noch mal einen Schub gekriegt.“ Der Online-Handel hat durch die Pandemie* tatsächlich zugenommen. Voraussichtlich rund 63 Millionen Sendungen würden im November und Dezember transportiert, davon knapp 39 Millionen an private Haushalte, sagte eine Sprecherin des Bundesverbands Paket und Expresslogistik (BIEK) in Berlin. Der Verband vertritt unter anderem die Paketdienste DPD, GLS, GO!, Hermes und UPS. 

Um die Millionen Pakete auszuliefern, werden in der Weihnachtszeit zusätzliche Zusteller eingestellt. „Das sind saisonale Arbeitskräfte. Zudem stocken teilweise Beschäftigte von Teil- auf Vollzeit auf und manchmal packen auch Mitarbeiter aus anderen Abteilungen an“, so die Sprecherin des BIEK.

Corona: Gericht kippt 2G-Regel in Niedersachsen

Die von den Handelsverbänden kritisierte 2G-Regel ist für die Geschäfte in Niedersachsen* kein Problem mehr: Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hat die Maßnahme für den Einzelhandel am Donnerstag (16. Dezember) überraschend gekippt. In Niedersachsen war die Regel erst fünf Tage zuvor in Kraft getreten. Stattdessen soll bald eine FFP2-Maskenpflicht im Handel gelten.

Video: 2G-Debakel: Bald neue Einzelhandel-Regel in Niedersachsen

Dementsprechend anders sieht auch die Bilanz aus. „Wir hatten eine deutlich verstärkte Kundenfrequenz in den größeren Städten“, sagte Mark Alexander Krack, Hauptgeschäftsführer des Handelsverband Niedersachsen-Bremen, am Sonntag. Allerdings liege der Umsatz noch 25 bis 28 Prozent unter dem Wert vom vierten Adventssamstag 2019 - also vor der Pandemie. Die Menschen seien mit klaren Kaufwünschen gekommen und hätten häufig größere Summen ausgegeben. (dpa/lb) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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