Leer und geschlossen: ein Café in der Corona-Krise in München. (Symbolbild)
+
Leer und geschlossen: ein Café in der Corona-Krise in München. (Symbolbild)

Im Stich gelassen?

Inside-Bericht zeigt: Gastronomie und Handel warten auf Milliarden - Ausflüchte von Altmaier

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
    schließen

Peter Altmaier beschwichtigt in der Corona-Pandemie unablässig: Doch eine neue Rechnung zeigt, wie viele Milliarden Euro Wirtschaftshilfen Gastronomie und Handel wirklich fehlen.

München/Berlin - Schnell, unkompliziert, unbürokratisch: Wahlweise mit diesen Beschreibungen (oder in Kombination der Wörter) kündigt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) seit Beginn des zweiten harten Corona-Lockdowns in der Coronavirus-Pandemie in Deutschland Wirtschaftshilfen für die von den auferlegten Schließungen betroffenen Branchen an.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Milliarden Euro an November- und Dezemberhilfen nicht ausgezahlt

Ende Oktober, Anfang November gab es die ersten Versprechen, medienwirksam eingeläutet durch die sogenannten Novemberhilfen. Doch: Geflossen ist bis heute, Stand 16. Februar, längst nicht alles Geld.

Während die Betroffenen, insbesondere Gastronomen, Hoteliers, Einzelhändler, Kosmetik- und Friseursalons, oder etwa auch Betreiber von Fitnessstudios weiter ihre Mieten, Pachten, Gehälter und Versicherungen bezahlen müssen.

Corona-Krise in Deutschland: 30 Prozent der Reisebüros droht bald die Insolvenz

Eine neue Rechnung zeigt, wie sehr von Seiten der Politik tatsächlich geschlampert wurde: Wie die Tagesschau an diesem Dienstagabend berichtet, wurden vom Bund insgesamt 5,14 Milliarden Euro Novemberhilfen bewilligt, aber - Stand Mitte Februar - erst 3,58 Milliarden Euro ausbezahlt. Für den Dezember wurden demnach 4,66 Milliarden Euro Wirtschaftshilfen bewilligt, von denen bis jetzt 2,55 Milliarden Euro geflossen sind.

Wie die ARD weiter in einem extra: Die Corona-Lage berichtet, stehen gleichzeitig 30 Prozent aller Reisebüros in Deutschland vor der Insolvenz. Auch 20 Prozent aller Gastronomie-Betriebe (Clubs, Bars, Kneipen, Wirtshäuser, Café und Restaurants) droht demnach absehbar die Zahlungsunfähigkeit.

Corona-Wirtschaftshilfen in Deutschland: Peter Altmaier (CDU) beschwichtigt schon wieder

Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA), Guido Zöllick, schilderte von der dramatischen Situation. Seiner Aussage nach hätten 75 Prozent der in seinem Verband organisierten Unternehmen die Dezemberhilfen für die Ausfälle in der Corona-Krise in Deutschland noch nicht gesehen.

Und Peter Altmaier? Der Bundeswirtschaftsminister beschwichtigte auch an diesem Dienstag. „Die Probleme sind jetzt gelöst und die Abschlagszahlungen kommen schnell“, sagte er in der ARD und versprach eine „Öffnungsperspektive“ bis Anfang März. Fortsetzung folgt. (pm)

Auch interessant

Kommentare