Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, kommen zur Sitzung des Bundeskabinetts im Bundeskanzleramt mit Mund-Nasenbedeckung.
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Die Verschuldung des Bundes könnte nach der Corona-Krise bei 1,75 Billionen Euro liegen

Rekordschulden

Schwindelerregende Schulden-Zahl: Corona-Krise wird für Finanzen des Bundes zum Fass ohne Boden

  • vonMarkus Hofstetter
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Die Corona-Krise kostet den Bund bis zu 1,32 Billionen Euro, der Schuldenstand klettert auf einen neuen Rekord. Auch für die Länder wird die Pandemie teuer.

Berlin - Die Zahl ist schwindelerregend: 1,32 Billionen Euro. Das ist die Summe, auf die sich die Corona-Schulden laut internen Unterlagen des Bundesfinanzministeriums belaufen. Das geht aus einem Bericht des Handelsblatts hervor. Ein kleiner Trost ist, dass auch Staatsgarantien hinzugezählt werden, die nicht zwingend fließen müssen.

Corona-Krise: 452 Milliarden Euro gegen die Folgen der Pandemie

Der Bund macht in den drei Jahren von 2020 bis 2022 neue Schulden in Höhe von 452 Milliarden Euro. Allein in diesem Jahr sind es 240 Milliarden Euro. Das geht aus den Eckpunkten für den Haushalt 2022 und den Entwurf für den Nachtragshaushalt 2021 hervor, die Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Mittwoch vorgelegt hat. Der Bundesfinanzminister sieht sich dennoch auf einem guten Weg. „Mit guter Finanzpolitik halten wir wirksam gegen die Krise“, erklärte Scholz in Berlin. „Wir nehmen die nötigen Mittel in die Hand, um die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen der Pandemie zu bewältigen.“ 

Die Verschuldung des Bundes steigt damit enorm, von 1,3 Billionen Euro vor Ausbruch der Corona-Pandemie auf 1,75 Billionen Euro nach Ende der Krise - wenn alles wie geplant läuft.

Corona-Krise: Beschaffung der Impfstoffe kostet Milliarden

An Hilfen für Unternehmen und Selbstständige flossen 90 Milliarden Euro. Für das Kurzarbeitergeld sind 25 Milliarden Euro fällig. Hinzu kommt, dass der Bund Steuern gesenkt oder gestundet und ein Konjunkturprogramm in Höhe von 160 Milliarden Euro aufgelegt hat. Für das Gesundheitssystem sind höhere Ausgaben vorgesehen, zum Beispiel für die Ausstattung der Krankenhäuser und der Beschaffung von Impfstoffen. Dafür sind allein in diesem Jahr 43 Milliarden Euro eingeplant. Erschwerend kommt hinzu, dass wegen der Wirtschaftskrise die Steuereinnahmen sinken.

Corona-Krise: Schulden der Bundesländer steigen nicht so stark

Auch die Bundesländer müssen bluten, doch nicht in dem Maße wie der Bund. 2020 machten sie neue Schulden in Höhe von 108 Milliarden Euro. In diesem Jahr sollen es „nur“ 25 Milliarden Euro sein.

Wie hoch die tatsächliche Verschuldung sein wird, ist noch ungewiss. Denn Bund und Länder sind Garantien und Bürgschaften in Höhe von 833 Milliarden Euro eingegangen. Sollte es zu einer Insolvenzwelle kommen, müssen die Kredite, die vergeben wurden, abgeschrieben werden oder man muss für den Ausfall aufkommen. Das Geld wäre dann weg.

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