Blick auf Strandkörbe am Strand vom Ostseebad Warnemünde in Mecklenburg Vorpommern
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Die Strände an der Ostsee werden über Ostern verweist bleiben

Urlaubs-Notbremse gezogen

Lockdown Ostern 2021: Reisebranche über Corona-Beschlüsse entsetzt

  • Markus Hofstetter
    vonMarkus Hofstetter
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Bundesbürger sollen laut den Beschlüssen des Corona-Gipfels über Ostern keine Reisen in In- und Ausland unternehmen. Das sorgt in der Reisebranche für Entsetzen.

Berlin - Angela Merkel und die Länderchefs haben Deutschland über Ostern in einen harten Lockdown geschickt, damit sich der Coronavirus nicht weiter ungehemmt in Deutschland verbreitet. Es gilt eine „erweiterte Ruhezeit“ über die Feiertage. #WirBleibenZuHause lautet das Motto vom 1. bis 5. April.

Alle, die sich auf einen Urlaub gefreut haben, dürfte dies einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Denn Bund und Länder appellieren an alle, vor allem über Ostern, auf nicht zwingend notwendig Reisen zu verzichten. Da Hotels in Deutschland weiterhin keine Touristen beherbergen dürfen, hat sich das für da Inland fast von selbst erledigt.

Corona-Lockdown Ostern 2021: Tourismusbranche geht mit Politik hart ins Gericht

Die heimischen Urlaubsregionen von den Alpen bis zur Ostsee werden durch die Beschlüssen hart getroffen. Der Deutsche Tourismusverband (DTV) findet deutliche Worte. „Erneut lassen Bund und Länder den Deutschlandtourismus ohne jegliche Perspektive im Regen stehen“, so DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz. Mehrfach sei der Branche mit fast drei Millionen Beschäftigten eine Strategie versprochen worden, wann und unter welchen Bedingungen sicheres Reisen wieder möglich ist. „Davon ist weit und breit nichts erkennbar. Kein Plan, keine Strategie, nicht einmal ein kleines Signal für sicheres Reisen im eigenen Bundesland.“ Viele Betriebe stünden nun endgültig mit dem Rücken zur Wand.

Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Dirk Dunkelberg kritisiert, dass sogar Möglichkeiten wie der kontaktarme Urlaub in Ferienwohnungen und Wohnmobilen völlig außer Acht gelassen werden. Er äußert Unverständnis, dass Reisen ans Mittelmeer möglich seien, die Vermietung von Ferienwohnungen beispielsweise im Schwarzwald aber verboten bleibe. „Das kann man eigentlich nicht mehr wirklich ernsthaft begründen,“ so Dunkelberg.

Coronavirus: Airlines soll Urlauber vor Rückkehr testen

Doch auch Auslandsreisen stehen auf der roten Liste der Bundesregierung. Diese werden Urlaubern durch die Quarantänepflicht weiterhin fast unmöglich gemacht. Wer aus ausländischen Risikogebieten einreist, muss eine digitale Einreiseanmeldung durchführen. Die Quarantänepflicht besteht für einen Zeitraum von mindestens zehn Tagen nach Rückkehr. Nur bei einem negativen Corona-Test, der frühestens fünf Tage nach der Einreise abgenommen wurde, kann die Quarantäne vorzeitig beendet werden.

In Zukunft sollen Fluggesellschaften alle Urlaubsrückkehrer bereits vor dem Abflug nach Deutschland auf das Coronavirus testen, auch wenn sie aus Nicht-Risikogebieten, ein derzeitiges Beispiel ist Mallorca, kommen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die neue Testpflicht innerhalb weniger Tage per Verordnung etablieren. Die Airlines und Veranstalter werden dem Vernehmen nach dabei auf lokale Dienstleister zurückgreifen. 

Corona-Lockdown Ostern 2021: Airlines sehen Maßnahmen als zeitlich befristete Ausnahme

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) sieht in dem Zugeständnis, der allgemeinen Testpflicht für alle Deutschland-Rückkehrer, eine zeitlich befristete Ausnahme in der aktuell akuten Phase der Pandemie. Der BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow machte klar: „Nach dem geplanten Oster-Lockdown sollten wir wieder zur einer Regelung zurückkommen, die sich am tatsächlichen Infektionsgeschehen orientiert.“ Im Grundsatz habe sich die Unterscheidung von Risiko- und Nichtrisikogebieten bewährt.

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