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Bayerns Wirtschaft fordert 3G am Arbeitsplatz: „Man muss wissen, wer geimpft ist und wer nicht“

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Von: Corinna Maier

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3G-Regel
Gilt am Arbeitsplatz fortan die 3G-Regel? (Geimpft/Genesen/Getestet) © Sebastian Gollnow/dpa

Gibt es bald eine Impf-Auskunftspflicht für Arbeitnehmer? Das fordert Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der Bayerischen Industrie- und Handelskammertages, im Merkur-Interview.

Herr, Gößl, die Corona-Zahlen steigen wieder. Wie können Arbeitgeber Ihre Mitarbeiter schützen?

Das ist momentan die zentrale Frage. Es geht ja nicht nur um Mitarbeiter. Es geht auch um Kunden und Gäste, über deren Impfstatus die Unternehmen Bescheid wissen. Den Status der eigenen Mitarbeiter, die diese Kunden und Gäste bedienen, darf man aber nicht wissen. Das passt nicht zusammen. In anderen Ländern gibt es vernünftigere Regelungen, zum Beispiel in Frankreich und in Österreich.

In Österreich wurde gerade 3G am Arbeitsplatz eingeführt. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss am Arbeitsplatz einen Test nachweisen.

Genau. Das fordern wir auch für Deutschland.

Was versprechen Sie sich davon?

Zum einen den Schutz aller Mitarbeiter und Kunden. Zum anderen kann der Arbeitgeber so besser Rücksicht nehmen bei der Platzierung und beim Einsatz der Mitarbeiter. Mittlerweile kommen immer öfter auch Beschäftigte untereinander in Konflikte, weil zum Beispiel ein Geimpfter nicht neben einem Ungeimpften arbeiten will. Denn Mitarbeiter untereinander sprechen natürlich darüber, ob sie geimpft sind oder nicht. Das führt auch innerbetrieblich zu Zerwürfnissen. Ein Arbeitgeber kann in der Pandemie den Fürsorgepflichten für seine Mitarbeiter nur nachkommen, wenn er über den jeweiligen Status Bescheid weiß.

Manfred Gößl Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK)
Manfred Gößl Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) © fkn

Corona: Auskunftspflicht über Impfstatus? „wir stecken eben in einer Pandemie mit hoher Ansteckungsgefahr“

Wie lange soll diese Auskunftspflicht dauern?

Es ist uns wichtig zu betonen, dass es sich wirklich um eine Ausnahmesituation handelt. Normalerweise dürfen und wollen Arbeitgeber den Gesundheitsstatus gar nicht erfragen. Aber wir stecken eben in einer Pandemie mit hoher Ansteckungsgefahr. Die Politik kann und sollte den Zeitrahmen abstecken. Es ist ja jetzt auch schon die Rede davon, dass bestimmte Maßnahmen bis März nächsten Jahres weiterlaufen sollen, auch wenn die „epidemische Lage nationaler Tragweite“ vorher beendet wird. März hielte ich auch für einen adäquaten Zeitpunkt.

Interview: Corinna Maier

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