Ein Mann wird geimpft, zwei Personen sind daran beteiligt
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Startschuss gefallen: Bei VW wird schon geimpft - seit Ende März im Rahmen eines Modellprojektes im Werk Zwickau.

Wie sieht es bei Allianz, BMW oder Adidas aus?

Corona-Impfungen in Betrieben: Bayerns große Unternehmen sind vorbereitet

Nach den Plänen von Markus Söder sollen bald auch bayerische Unternehmen in ihren Betrieben impfen. Wie gut sind die Konzerne vorbereitet?

München - Bayern will beim Impfen aufs Tempo drücken. Ministerpräsident Markus Söder* kündigte deshalb an, dass er die Priorisierungs-Regeln* lockern will: In zehn bayerischen Unternehmen sollen noch im April die Betriebsärzte damit starten dürfen, die Mitarbeiter durchzuimpfen.

Doch welche Firmen sind dabei? Kriterien für die Auswahl sind: Standorte in Hochinzidenzgebieten sowie die Größe der Belegschaft. Die tz fragte bei großen bayerischen Unternehmen nach: Wie sehen die Impfpläne aus?

Impfungen in Unternehmen: Allianz wäre „ab der zweiten April-Hälfte startklar“

Allianz: „Unsere 27 Impfstraßen an 15 zentralen, großen Betriebsstätten bundesweit werden ab der zweiten April-Hälfte startklar sein“, so eine Unternehmenssprecherin. Als Mitglied der „Bayerischen Impfallianz“ sei die Allianz (40.000 Mitarbeiter) aktuell mit den Behörden im Austausch, ob man bei dem Modellprojekt dabei sei.

BMW*: Vorstandschef Oliver Zipse hat bereits am 10. März auf dem Münchner Management Kolloquium angekündigt, dass man Mitarbeiter mit eigenen Impfstraßen schützen wolle. Damals ging Zipse davon aus, im Mai starten zu können. Ziel war es, alle Beschäftigten innerhalb von vier bis fünf Wochen zu impfen.

Munich Re: Der Rückversicherer prüfe derzeit die Machbarkeit eines betrieblichen Impfzentrums am Campus, so ein Unternehmenssprecher. Sollte sich der Betrieb eines Impfzentrums aber als nicht sinnvoll erweisen - weil beispielsweise zu wenig Impfstoff oder zu wenig Personal zur Verfügung stehen - plant der Konzern eine Impfaktion „analog der jährlichen Grippeimpfaktion im Betriebsarztzentrum“. Am Standort München arbeiten für Munich Re rund 3500 Menschen.

Impfungen in Unternehmen: MAN hat „Bereitschaft gegenüber Politik erklärt“

Knorr-Bremse (30.000 Mitarbeiter): Man arbeite „unter Hochdruck an den Vorbereitungen zukünftiger Inhouse Impfungen am Standort München“, so ein Sprecher. Und wäre gern beim Modellprojekt dabei. Im Falle einer Freigabe des Impfstoffs an private Unternehmen beabsichtige man, allen Mitarbeitern ein Impfangebot zu unterbreiten.

MAN (20.000 Mitarbeiter in Deutschland): „Unser Unternehmen unterstützt das Ansinnen, so schnell wie möglich so viele Menschen wie möglich zu immunisieren“, so Dr. Oliver Breitkopf, leitender Werksarzt. Daher sei es nur konsequent, dass man auch selbst Impfungen für alle Mitarbeiter anbieten werde, sobald dieses möglich sei. Breitkopf: „Diese Bereitschaft haben wir auch gegenüber der Politik erklärt.“ Alle Vorbereitungen seien bereits abgeschlossen, man habe Kühlmöglichkeiten eingerichtet und benötigtes Material beschafft.

Adidas* (5800 Beschäftigte am Standort): Der Sportartikelhersteller will „allen Beschäftigten eine Impfung durch unsere Betriebsärzte ermöglichen.“ Und zwar, sobald der Impfstoff „flächendeckend für alle verfügbar“ sei, so eine Konzernsprecherin. „Mit der Grippeschutzimpfung machen wir das heute schon.“ Man kann sich auch vorstellen, andere Firmen zu unterstützen, sofern das logistisch machbar sei.

Video: Diese acht Dinge über Siemens wissen viele nicht

Impfungen in Unternehmen: Audi hat medizinisches Personal bereits geschult

Siemens: Auch der Hightech-Konzern (115.000 Mitarbeiter in Deutschland) bereiten Corona-Impfungen durch seine Betriebsärzte vor und verweist auf seine Erfahrungen mit der Grippeschutzimpung. Zum Modellprojekt in Bayern wollte sich ein Sprecher nicht äußern - da der Prozess ja noch laufe.

Audi: Die Ingolstädter Autobauer (59.000 Beschäftigte) wären gern beim Modellprojekt dabei. Man sei deshalb in Kontakt mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, die bei der Auswahl mitwirke. Audi ist aber schon jetzt bereit, „sobald die Impfstoffversorgung und die geltende Impfreihenfolge dies erlauben, in den Gesundheitszentren und Sanitätsstellen in Ingolstadt und Neckarsulm kurzfristig den Impf-Betrieb aufzunehmen“. Das medizinische Personal sei bereits geschult. Wie viele Mitarbeiter geimpft werden könnten, hänge auch von der Menge des Impfstoffs ab, den man zur Verfügung gestellt bekomme.

Impfungen in Unternehmen: Söder plant zunächst mit 50.000 Dosen

Ministerpräsident Söder hat für das Modell 50.000 Dosen eingeplant - für Erst- und Zweitimpfungen! Schließlich ginge es ja erstmal darum, „die Organisation und Abläufe in den Betrieben zu erproben und zu verbessern“.

Diese Zweifel an ihrem Organisationsvermögen sorgen bei den Weltkonzernen wohl für Kopfschütteln. Denn sie sind bereit. Beim Maschinenbauer Grob im schwäbischen Mindelheim (6200 Beschäftigte) hat man sogar eine eigene Prioritätenliste erstellt: Erst sollen alle geimpft werden, die viel unterwegs sind - im Ausland oder auf Baustellen - dann folgen Vertrieb, Office- und Produktionsbereiche. Aber dafür braucht es vor allem eines: Impfstoff*. (WdP) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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