Studie prognostiziert düstere Zukunft

Wegen Corona: Steht Deutschland vor einer Bankenkrise? Zwei Dienstleister offenbar besonders gefährdet

  • Fabian Müller
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Wegen der durch das Coronavirus ausgelösten Konjunkturkrise könnte der Finanzstandort Deutschland in arge Schwierigkeiten geraten. Das ist das Ergebnis eines renommierten Instituts. 

  • Das Leibniz-Institut warnt vor einer möglichen Bankenkrise in Deutschland. 
  • Dass die Gefahr durchaus real ist, habe eine Studie ergeben. 
  • Das liegt vor allem an ausgegebenen Krediten, die wegen der Corona-Krise* nicht mehr zurückgezahlt werden können. 

Berlin - Deutschlands Banken befinden sich in der Krise. Das ist das Ergebnis einer Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle. Demnach hätten die Banken und Finanzdienstleister während der Corona-Krise* zunächst kaum Probleme gehabt, sich zu halten. Es sei auch kaum zu Ausfällen im Zahlungsverkehr gekommen. Doch nun könnte es laut der Studie zu einer Welle an Pleiten kommen. Das berichtet das Wirtschafts- und Finanzportal wirtschaftskurier.de

Eine solche Welle träfe auf Finanzdienstleister, die sich ohnehin in schlechter Verfassung befänden, schreibt das Portal. Der Zahlungsdienstleister Wirecard* ist insolvent, die Commerzbank sucht händeringend nach einem neuen Aufsichtsratschef und Vorstand. Inhaber beider Posten hatten ihren Rücktritt erklärt. Auch die Deutsche Bank sei nicht gefeit vor einer Krise und verkünde Restrukturierung nach Restrukturierung. 

Bankenkrise wegen Corona? Zahlreiche deutsche Firmen können Kredite nicht zurückzahlen

Die durch das Coronavirus* bedingte Konjunkturkrise brachte zahlreiche Firmen an den Rand des Ruins, viele könnten nun ihre Kredite nicht mehr zurückbezahlen. Diese Ausfälle könnten laut den Forschern die Banken so schwer belasten, dass diese selbst in Existenznot geraten könnten. Laut den Berechnungen der Forscher wären im optimistischsten aller Fälle etwa sechs Prozent der deutschen Geldhäuser gefährdet, im schlechtesten Fall gar 28 Prozent - und damit hunderte Banken. 

Die vom Ausfall bedrohten Kredite belaufen sich im bestmöglichen Szenario auf 127 Milliarden Euro, sollte der Worst Case eintreffen auf 624 Milliarden Euro. Das könnte dazu führen, dass betroffene Banken mit anderen Instituten fusionieren müssten - oder sogar ganz geschlossen werden. Wann solch eine Bankenkrise beginnen könnte, hängt von mehreren Faktoren ab: Unternehmen werden beispielsweise versuchen, den Zeitpunkt ihrer Zahlungsunfähigkeit zeitlich so weit wie möglich zu verzögern. 

Bankenkrise in Deutschland? Vor allem Sparkassen und Genossenschaftsbanken gefährdet

Vor allem Sparkassen und Genossenschaftsbanken seien gefährdet, schreibt wirtschaftskurier.de. Denn die würden ihr Geld meist an Firmen verleihen, die sich jetzt in zweierlei Hinsicht in misslicher Lage befänden: Zum einen seien die Firmen klein und damit generell krisenanfälliger, zum anderen gehören solche Firmen häufig den Branchen an, die sowieso schon von den Corona-Beschränkungen* getroffen wurden, also Einzelhandel oder Gastgewerbe.

Vor allem Sparkassen sind von einer Bankenkrise bedroht, da sie kleineren Firmen Kredite gegeben haben. 

Experten wie der geschäftsführende Vorstand der „Bürgerbewegung Finanzwende“, Gerhard Schick, sieht ein enormes Problem auf uns zukommen. Wenn Unternehmen nun zusätzliche Kredite bekämen, um die Krise durchzustehen, werde die Schuldenlast irgendwann zu groß. Entscheidend sei, wie viel Puffer die Banken hätten. Eine Bankenkrise ist auch laut Schick ein sehr wahrscheinliches Szenario. (fmü) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

Rubriklistenbild: © dpa / Monika Skolimowska

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