Cremes im Test: So viel kostet der Schutz vor Wintersonne

München - Auf der Piste lauert so manche Gefahr – eine kommt ganz harmlos daher: die Sonne. Spezielle Cremes sollen schützen, doch nicht alle taugen, was sie versprechen. Das trifft vor allem Menschen mit empfindlicher Haut.

Winterurlauber in den Bergen lechzen nicht nur danach, die schneebedeckten Hänge hinunterzuwedeln, sondern auch, ein paar wärmende Sonnenstrahlen zu genießen. Ein Albtraum für die Haut, schreibt die Stiftung Warentest in ihrer aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „test“. Schließlich sind die Bedingungen im Gebirge extrem: Um bis zu 20 Prozent pro 1000 Höhenmeter steige die Ultraviolett-B-Strahlung. Der glitzernde Schnee reflektiert die Sonne zusätzlich. Selbst bei bedecktem Himmel ist die Belastung noch hoch – hinzu kommen Kälte und Wind. „Es muss ein möglichst fettreicher, vergleichsweise wasserarmer Sonnenschutz her, der die Haut nicht nur vor zu viel Sonne, sondern auch vor frostigen Temperaturen schützt“, erklären die Tester. Dabei würden die wasserreichen Sonnenschutzmittel für den Strandurlaub nicht ausreichen. Doch auch ein guter Wintersonnenschutz muss nicht teuer sein.

Die Favoriten der Tester: die Kombiprodukte aus Sonnencreme und Lippenstift „Sun Dance“ von dm für 84 Cent pro zehn Milliliter und „Sun Ozon“ von Rossmann für 71 Cent. Auf den Lippenschutz legen die Tester großen Wert, denn die Haut ist extrem empfindlich und kann sich nicht selbst vor den Sonnenstrahlen schützen.

Die vor allem sonnenempfindlichen Menschen bekannte Marke Ladival aus der Apotheke stufen die Tester als ebenfalls zuverlässig, aber deutlich teurer ein. Hier kosten zehn Milliliter 3,45 Euro. Dafür sind Creme und Stift frei von Parfümstoffen.

Gut geschützt sind Winterurlauber auch mit den Cremes von Ilriso (2,38 Euro) und Mawaii (2,27 Euro) – allerdings ist hier kein extra Lippenschutzstift im Deckel der Tube integriert und muss gesondert gekauft werden.

Insgesamt haben die Tester der Berliner Stiftung acht Sonnenschutzmittel untersucht und dabei festgestellt, dass auf einige Produkte „kein Verlass“ ist. Vor allem hochpreisige, bekannte Marken fielen negativ auf. Die Sonnencremes von Garnier Ambre Solaire und Piz Buin unterschreiten den versprochenen Lichtschutzfaktor um mehr als 20 Prozent – „das ist mangelhaft“, urteilen die Tester. Hier drohe deutlich schneller Sonnenbrand, als der versprochene Lichtschutzfaktor 30 erwarten lässt. Ebenfalls mangelhaft, weil nicht vorhanden, ist der Schutz vor Ultraviolett-A-Strahlen beim Lippenschutzstift von Piz Buin. Warum dieser Stift nur einen Schutzfaktor von 20 verspricht, also weniger als die Creme für das Gesicht, sei unverständlich.

Viel zu gut meinen es im Gegensatz dazu die Hersteller des traditionellen Tiroler Nussöls. Statt des versprochenen Lichtschutzfaktors 30 haben die Tester über Faktor 100 gemessen. Zu viel an Filtersubstanzen vertrage jedoch nicht jeder und es könne zu Hautirritationen kommen.

Wissenschaftlich nicht eindeutig zu messen sei dagegen der Kälteschutz. Hier gebe es nur Anhaltspunkte, wie den Emulsionstyp einer Creme. Nur wenn sie statt einer Wasser- auf einer Ölbasis beruht – bei Ladival, Tiroler Nussöl und Mawaii der Fall – sei ein wirklicher Kälteschutz gegeben.

Um alle Schutzfunktionen zu stabilisieren, raten die Experten zum häufigen Nachcremen: vor allem Nasen, Wangen und bei kurzen Haaren auch die Ohren, sowie etwas lichtere Stellen auf dem Kopf nicht vergessen.

Die Sonnencremes für den Winter werden in Tuben mit oft nicht mehr als 20 Milliliter Inhalt angeboten. Das ist einerseits praktisch, schließlich passen die Tuben gut in die Anoraktasche. Allerdings reichen die Cremes so kaum länger als eine Woche.

sba

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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