Es geht um 350 Millionen Euro

Cum-Ex-Deals: Größter deutscher Verdachtsfall

München - Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt nach einem Bericht wegen Steuerhinterziehung in Höhe von fast 350 Millionen Euro bei Cum-Ex-Aktiengeschäften eines Kapitalanlagefonds.

Das Verfahren richte sich gegen fünf heutige und frühere Verantwortliche mehrerer Gesellschaften dieses Fonds, meldeten „Süddeutsche Zeitung“ (Montag), NDR und WDR. Dem Bericht zufolge handelt es sich um den bislang größten Verdachtsfall in Deutschland bei solchen Aktiendeals. Der namentlich nicht genannte Fonds bestreite die Vorwürfe. Die Staatsanwaltschaft habe bestätigt, dass ein Cum-Ex-Verfahren laufe, aber wegen des Steuergeheimnisses keine Details genannt.

Von einem Cum-Ex-Geschäft spricht man, wenn Papiere rund um den Dividendenstichtag - meist die Hauptversammlung - schnell hintereinander ge- und wieder verkauft werden. Dabei kann es zur mehrfachen Erstattung von Kapitalertragssteuern kommen.

Im konkreten Fall sollen die Fondsbetreiber dem Bericht zufolge vor Jahren für mehrere zehn Milliarden Euro Aktien mit (Cum) und ohne (Ex) Dividendenanspruch gehandelt haben. In dem Verfahren werde nun geprüft, ob das Finanzamt München und das Bundeszentralamt für Steuern in Bonn mit Tricks und Täuschungsmanövern verleitet wurden, eine nur einmal abgeführte Kapitalertragssteuer mehrmals zu erstatten. Ein Fonds-Anwalt weise dies zurück.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rekordabsatz! VW liefert so viele Autos aus wie nie zuvor
2017 war ein besonders gutes Jahr für den Volkswagen-Konzern. Der Autobauer liefert so viele Autos aus wie nie zuvor.
Rekordabsatz! VW liefert so viele Autos aus wie nie zuvor
Insolvenzrechtsreform: Schneller schuldenfrei nach Pleite?
Die Erwartungen an die Reform des Insolvenzrechts im Sommer 2014 waren groß: Verbraucher sollen nach einer Pleite schneller wieder auf die Beine kommen. Jetzt liegen …
Insolvenzrechtsreform: Schneller schuldenfrei nach Pleite?
Nach Dreijahreshoch: Euro fällt wieder
Der Euro ist am Mittwoch auf ein neues Dreijahreshoch gestiegen, hat das Niveau aber nicht halten können.
Nach Dreijahreshoch: Euro fällt wieder
VW glaubt an Elektro-Durchbruch in den USA -
Die USA sind eher ein Land der Spritschlucker und dicken Geländewagen - bisher. VW setzt aber darauf, dass sich die Kunden mehr in Richtung E-Auto orientieren. Die …
VW glaubt an Elektro-Durchbruch in den USA -

Kommentare