Dachfonds sind kein Allheilmittel

München - Dachfonds sind derzeit der Renner für bequeme Anleger. Sie ersparen den Kunden die Mühe, selbst Fonds zu finden und zu kombinieren. Ein Test der Verbraucherschützer von "Finanztest" zeigt allerdings, dass nur wenige Produkte eine gute Rendite bringen und Dachfonds keine Wunderwaffe gegen die Abgeltungssteuer sind.

Dachfonds sind zwar kein Allheilmittel für die ab 1. Januar 2009 kommende Abgeltungssteuer, aber für Langfristanleger durchaus interessant, stellt die Zeitschrift "Finanztest" in ihrer aktuellen Ausgabe fest. Gute Angebote gibt es vor allem unter den Dachfonds, die ausschließlich in Aktienfonds investieren. Dabei müssten Anleger ihre Fonds sorgfältig auswählen, um gute Renditen zu erzielen.

Werbung weckt falsche Vorstellungen

Die starke Werbung für Dachfonds wecke bei vielen Anlegern falsche Vorstellungen, sind sich die Tester sicher. Die meisten Verbraucher stellen sich eine Art Vermögensverwaltung vor, deren Manager flexibel auf Marktentwicklungen reagiert, indem er die Aktienquote mal höher, mal niedriger wählt. Tatsachlich bedeutet "Dachfonds" aber nichts anderes, als dass der Manager eines Fonds in andere Fonds investiert. Er kauft also nicht einzelne Aktien oder Anleihen, sondern Aktien- oder Rentenfonds.

Viele Dachfonds investieren sogar ausschließlich in Aktienfonds. bei dieser Fondsgruppe geht die Dachfonds-Idee am ehesten auf: Offenbar wirkt es auf die Wertentwicklung stabilisierend, wenn Aktienfonds statt Einzelaktien kombiniert werden. Zwar sind die Anleger nicht völlig gefeit, aber die Wahrscheinlichkeit, einen Flop-Fonds zu erwischen, ist den Testern zufolge deutlich geringer als bei herkömmlichen Aktienfonds. Allerdings ist es auch schwierig, echte Renditeperlen zu finden. Unter den Top-Fonds der weltweit anlegenden Aktienfonds sind Dachfonds rar gesät. Der beste aus dem Finanz-Dauertest ist der "Acatis 5 Sterne-Universal".

Steuervorteil nur bei langfristigem Erfolg

Im Hinblick auf die kommende Abgeltungssteuer ist es egal, ob ein Fonds als Dachfonds aufgelegt ist oder in Einzelpapiere investiert. In beiden Fällen bleiben die Umschichtungen innerhalb des Fonds steuerfrei.

Noch wichtiger als die Konstruktion ist demnach der Anlageeerfolg. Nur wenn der Fonds über viele Jahre eine überzeugende Wertentwicklung bringt, wird ihn der Anleger im Depot lassen. Und nur in diesem Fall hat er sein Ziel, die Abgeltungssteuer zu umgehen, erreicht. Denn wenn ein Fonds schlecht läuft und zwischenzeitlich durch einen anderen ersetzt werden muss, sind die Kursgewinne des nach dem 1. Januar 2009 gekauften Fonds steuerpflichtig.

Dach-Variante bei Mischfonds

Dem Wunsch nach einer Vermögensverwaltung entsprechen am ehesten Mischfonds, die es auch in Gestalt von Dachfonds gibt. Sie investieren in Aktien und Renten oder Aktien- und Rentenfonds. Die Ergebnisse des Tests werten die Verbraucherschützer so, dass es für Anleger keinen zwingenden Grund gebe, bei Mischfonds einen Dachfonds zu bevorzugen. Zwar gebe es einige Dachfonds mit "hervorragender Wertentwicklung" wie die "Multi Opportunities-Fonds" der DWS, aber die meisten seien "keinen Deut besser" als ihre Konkurrenten, die Einzelwerte kombinieren.

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