Dacia-Arbeiter demonstrieren für höhere Löhne

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Bukarest (dpa) - Rund 5 000 Arbeiter der Renault-Tochter Automobile Dacia haben am Donnerstag im südrumänischen Pitesti lautstark für höhere Löhne demonstriert. "Wir wollen nicht die neuen Sklaven sein", war auf Transparenten zu lesen.

Die Dacia-Arbeiter streiken seit 18 Tagen, nachdem mehrfach Lohnverhandlungen mit der Werksleitung gescheitert waren. An der Kundgebung nahmen auch Vertreter der französischen Renault-Gewerkschaft sowie anderer rumänischer Gewerkschaften teil, wie die Nachrichtenagentur Mediafax berichtete.

Die Dacia-Arbeiter wollen so lange streiken, bis sie ihre Forderungen durchgesetzt haben. Die rumänische Dachgewerkschaft Nationaler Gewerkschaftsblock BNS versprach den Autobauern einen Beitrag zur Streikkasse.

Am Vortag hatte ein rumänisches Gericht entschieden, dass der Arbeitskampf der Autobauer nicht gegen das Gesetz verstößt. Die Werksleitung legte Einspruch gegen dieses Urteil ein. Sie beanstandet, dass nur 40 Prozent der 13 000 Mitarbeiter den Streikaufruf unterzeichnet und die Gewerkschaften nicht alle verpflichtenden Stufen des Arbeitskonflikts bis zum unbefristeten Streik durchlaufen hätten.

Das jüngste Angebot der Werksleitung hatte eine Lohnerhöhung von 394 Lei brutto (etwa 110 Euro) und damit doppelt so viel wie zu Streikbeginn vorgesehen. Die Gewerkschaft beharrt indes auf 550 Lei mehr Lohn und fordert eine Gewinnbeteiligung für Mitarbeiter, höheres Oster- und Weihnachtsgeld sowie Rabatte beim Kauf von Dacia-Autos. Nach Angaben des Statistikamtes verdiente ein rumänischer Autobauer Ende 2007 im Schnitt 400 Euro monatlich.

Der Sprecher der Werksleitung hatte zuvor erklärt, Dacia-Renault habe 2007 zwar einen Gewinn in Höhe von rund 133 Millionen Euro erwirtschaftet, doch müssten Verluste der Vorjahre damit gedeckt werden. Renault hat das rumänische Autowerk 1999 übernommen und inzwischen rund eine Milliarde Euro investiert. Die durch den Streik bedingten Verluste werden auf zehn Millionen Euro täglich geschätzt.

In Rumänien produziert Renault das Billigauto Dacia Logan. 2007 gingen in Pitesti rund 230 000 Fahrzeuge vom Band. In diesem Jahr soll die Kapazität des Werkes auf 350 000 Einheiten ausgebaut werden.

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