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Daimler-Chef Dieter Zetsche hat die deutschen Maut-Pläne kritisiert.

Forderung nach gesamteuropäischer Lösung

Daimler-Boss Zetsche: Maut "eher populistisch"

Stuttgart - Daimler-Chef Dieter Zetsche lehnt die geplante Pkw-Maut ab. Er plädiert für eine gesamteuropäische Maut-Lösung.

"Die Pkw-Maut halte ich eher für populistisch als für rational nachvollziehbar", sagte Zetsche der "Bild am Sonntag". Er könne "zwar verstehen, wenn man sich über die Maut in Nachbarländern ärgert". Es sei aber "falsch", hier "Gleiches mit Gleichem zu vergelten". Zetsche riet davon ab, eine nur für Deutschland geltende Maut einzuführen. "Wenn überhaupt, brauchen wir eine europäische Lösung", sagte der Daimler-Chef der Zeitung.

Zetsche warf der Bundesregierung allgemein vor, keine Impulse zu liefern und damit die deutsche Wirtschaft zu schwächen: "Ich sehe kaum Initiativen der Großen Koalition, die aus wirtschaftlicher Sicht in die richtige Richtung gehen." Die Wettbewerbsstärke der deutschen Wirtschaft sei "kein Naturgesetz". Es habe zuletzt "eine Reihe von neuen Gesetzen" gegeben, die die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft nicht gestärkt hätten. Zetsche verwies auf die jüngste Rentenreform, Belastungen durch die Energiewende und "Defizite in der Infrastruktur".

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte Anfang Juli sein Konzept für eine Pkw-Maut in Deutschland vorgestellt. Die Abgabe will der Minister über ein Vignettensystem eintreiben. Der Preis für eine Jahresvignette soll abhängig von Motorgröße, Alter des Autos und Umweltverträglichkeit berechnet werden. Deutsche Halter sollen über einen Freibetrag in der Kfz-Steuer entlastet werden.

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