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Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche.

Zahlen wegen Panne schon früher bekannt

Daimler muss Jahresziel korrigieren

Stuttgart - Der Autokonzern Daimler kassiert seine Jahresprognose für das operative Ergebnis.

Absatz und Umsatz stimmen beim Autokonzern Daimler - nur die Prognose für das operative Ergebnis können die Stuttgarter nicht halten. „Aufgrund der konjunkturellen Herausforderungen wird Daimler zwar in diesem Jahr das hohe Vorjahres-Ebit nicht erreichen, aber dennoch wieder ein gutes Ergebnis einfahren“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche am Mittwochabend angesichts der Zahlen zum dritten Quartal. Statt mit 8,8 Milliarden Euro wie im Vorjahr rechnet der DAX-Konzern 2012 nur noch mit einem Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 8 Milliarden Euro.

Damit kassiert Daimler wie bereits von einigen Analysten erwartet seine Jahresprognose für den Gesamtkonzern. Zuvor hatte das Unternehmen bereits die Erwartungen für seine Autosparte Mercedes-Benz Cars zurückgeschraubt.

Im dritten Quartal ging das Ebit auf 1,92 Milliarden Euro zurück, nach 1,97 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Das Konzernergebnis lag bei 1,21 Milliarden Euro nach zuvor 1,36 Milliarden Euro. Auf die Ergebnisentwicklung drückten Absatzrückgänge bei Mercedes-Benz Vans und Daimler Buses. Auch Produktneueinführungen bei Mercedes-Benz Cars und Daimler Trucks waren kostspielig. So kam die neue A-Klasse im September zu den Händlern.

Umsatz und Absatz gehen nach oben

Die anderen Kennwerte gingen nach oben. Von Juli bis September verkaufte Daimler weltweit 528.600 Pkw und Nutzfahrzeuge, das war ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Pkw-Sparte fuhr in dem Zeitraum mit 345.400 Einheiten einen neuen Rekord ein. Auch Daimler Trucks steigerte den Absatz um drei Prozent auf 119.100 Einheiten. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 28,6 Milliarden Euro.

Der Konzern strebt deswegen unverändert an, den Rekordumsatz 2011 in diesem Jahr zu übertreffen und deutlich mehr als 110 Milliarden Euro einzufahren. Im vergangenen Jahr betrug er 106,5 Milliarden Euro. Auch der Rekordabsatz von 2,1 Millionen Fahrzeugen aus dem vergangenen Jahr soll übertroffen werden.

Allerdings kassierte Daimler nicht nur seine Ergebnisprognose. Auch die ehrgeizigen Renditeziele für die einzelnen Sparten werden zunächst zurückgestellt. „Der Konzern geht davon aus, die Ziele erst zu einem späteren Zeitpunkt zu erreichen“, teilte Daimler mit.

Kontern will der Konzern in der Pkw-Sparte mit dem Sparprogramm „Fit for Leadership“, zu dem er bislang keine Zahlen nannte. Medienberichten zufolge soll damit der Gewinn um drei Milliarden Euro jährlich gesteigert werden.

Am Mittwoch informierte der Vorstand in einem Mitarbeiterbrief über das Vorhaben, ohne Zahlen zu nennen. Es handle sich um „ein Programm, das laufende und zusätzliche Effizienzmaßnahmen bündelt“, heißt es darin. Unter anderem geht es um die Prüfung aller Ausgaben und eine Optimierung des Vertriebs, vor allem in China. Am (morgigen) Donnerstag lädt Daimler zu einer Pressekonferenz mit dem Vorstand, möglicherweise werden dann weitere Details verkündet. Daimler beschäftigte zum Ende des Quartals 275.451 Mitarbeiter. Vor einem Jahr waren es noch 269.887.

Ursprünglich wollte Daimler seine Quartalsbilanz erst am Donnerstagmorgen veröffentlichen. Eine Panne in der US-Zentrale in New York ließ die Zahlen schon früher bekannt werden.

dapd

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