Mercedes-Stern in Stuttgart-Untertürkheim. Der Hersteller muss die neue S-Klasse einem Rückruf unterziehen
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Mercedes-Stern in Stuttgart-Untertürkheim. Der Hersteller muss die neue S-Klasse einem Rückruf unterziehen.

Potenziell große Unfallgefahr

Mercedes-Benz: Mega-Fail bei S-Klasse - Konzern muss Luxus-Karosse kurz nach Marktstart zurückrufen

  • Patrick Freiwah
    vonPatrick Freiwah
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Neue Fabrik, neues Modell: Mercedes-Benz hat gerade die neue S-Klasse an den Start gebracht. Doch kurz nach Verkaufsstart muss das Flaggschiff „umgehend“ in die Werkstatt.

  • Mercedes muss kurz nach dem Verkaufsstart der neuen S-Klasse offenbar einen Rückruf in die Wege leiten.
  • Laut internem Schreiben an die Kunden müssen die Modelle schnellstens geprüft werden.
  • Schlimmstenfalls drohen Einbußen bei der Lenkfähigkeit - die Unfallgefahr würde rasant steigen.
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Sindelfingen/Stuttgart - Die neue Mercedes S-Klasse ist erst seit wenigen Wochen auf der Straße, da sorgt eine Hiobsbotschaft für Verunsicherung bei den Kunden: Daimler muss etwa 1400 Modelle der jüngsten Generation des Luxusliners einem Rückruf unterziehen.

Rückruf: Neue Mercedes S-Klasse muss in die Werkstatt - Erhöhte Unfallgefahr droht

Wie Business Insider aus einem Schreiben des Konzerns zitiert, werden die Käufer der Mercedes-Baureihe 223 (seit Dezember 2020 erhältlich) gebeten, „umgehend“ eine Werkstatt aufzusuchen, um das Fahrzeug auf einen potenziellen technischen Defekt untersuchen zu lassen. Der muss äußerst dringlich geprüft werden, denn bei der neuen S-Klasse 2020 besteht potenziell eine erhöhte Unfallgefahr.

2021 könnte für den Konzern ohnehin zum Stresstest werden. Und nun muss der neue Technologie-Träger nach kurzer Zeit bereits in die Werkstätten beordert werden. Ausschlaggebend sei dem Bericht zufolge der Hinweis eines Lieferanten. So geht es um ein Problem an der Vorderachslenkung, wo nicht dafür vorgesehene Komponenten verbaut worden sein könnten. „Sollten zu kurze innere Spurstangen verbaut worden sein, wäre die erforderliche Mindesteinschraubtiefe zur äußeren Spurstange nicht gegeben“, lässt Mercedes seine Kunden wissen.

In der Folge könnte bei der rund zwei Tonnen schweren Mercedes-Neuheit die „Verbindung den Belastungen im Fahrbetrieb nicht dauerhaft standhalten“, teilt der Autohersteller weiter mit. Dadurch könnten die inneren Spurstangen knicken oder gar reißen, was die Lenkfähigkeit der Mercedes S-Klasse (Baureihe 223) beeinträchtigen würde. Das würde zwangsläufig die Unfallgefahr merklich erhöhen. Für ein Prestigeobjekt, das mit höchsten Qualitätsansprüchen im Hinblick auf die Sicherheit angepriesen wird, ein Worst-Case-Szenario.

Bei dem Werkstattbesuch werden dem Anschreiben zufolge die inneren Spurstangen „überprüft und gegebenenfalls ersetzt“. Für die Besitzer entstehen außer dem zeitlichen Aufwand keine finanziellen Folgen. Mercedes-Benz bittet die Fahrzeughalter um Entschuldigung und Verständnis für die Maßnahme.

Mercedes S-Klasse: Kein guter Start für Luxusliner aus der neuen Produktionsstätte

Die Mercedes S-Klasse 2020 ist bereits die elfte Generation der Modellreihe (ausführlicher Fahrbericht) und wird in dem hochmodernen Industriekomplex „Factory 56“ in Sindelfingen produziert. Das Werk soll Maßstäbe für die Automobilproduktion setzen und künftig das gesamte Produktionsnetzwerk der Marke beeinflussen. Vernetzung, Digitalisierung und Datenaustausch in Echtzeit spielen bei der neuen Fertigungsstätte in Baden-Württemberg eine bedeutsame Rolle.

Auch der Rivale Tesla* baut in Grünheide bei Berlin eine riesige Produktionsstätte in Deutschland - und hat kürzlich personell bei Daimler gewildert. Bei der IG Metall sorgt die Personalie für Aufruhr. (PF)

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