Daimler-Chef Zetsche sieht gute Chancen für den Smart

- Stuttgart/Frankfurt/Main - DaimlerChrysler wird den Kleinwagen Smart nächstes Jahr in Amerika einführen. Dies werde der Vorstand des Autokonzerns in der kommenden Woche beschließen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".

Den konkreten Zeitpunkt für die Entscheidung wollte Konzernchef Dieter Zetsche dem Blatt nicht bestätigen, er sagte aber, die Tendenz für den Smart-Antritt in Amerika sei "eindeutig positiv. Wir sind überzeugt, die Idee des zweisitzigen Smart ist heute richtiger denn je".

Im laufenden Jahr liege der Absatz des Smart Fortwo an "der oberen Kapazitätsgrenze", sagte Zetsche. "Der Vertrieb würde gern mehr Smart bekommen, nur können wir die nicht produzieren, da die Fabrik auf das neue Modell umgestellt wird." Für die neue E-Klasse, die nächste Woche in den Handel kommt, rechnet Zetsche mit einer guten Annahme durch den Kunden. "Unser Glaube daran ist so fundiert, dass wir für dieses Jahr die Planzahlen bereits nach oben korrigiert haben", sagte er der Zeitung.

In dem Interview äußerte er sich auch über einen möglichen Angriff von Investoren. Der beste Schutz dagegen sei "eine gute Performance", sagte Zetsche. Unterdessen verschärft sich in dem Konzern der Konflikt um den Stellenabbau in der Verwaltung. "Wir fordern vom Vorstand den Verzicht auf Änderungskündigungen", sagte Betriebsratschef Erich Klemm der Zeitung. Der im Jahr 2004 vereinbarte Standortpakt schließt betriebsbedingte Kündigungen bis zum Jahr 2012 aus. Der Betriebsrat befürchtet nun, dass der Zukunftspakt durch Änderungskündigungen ausgehebelt wird, wenn Arbeitnehmer an unattraktive Stellen versetzt werden, um sie so zum Ausscheiden zu bewegen.

DaimlerChrysler-Chef Zetsche hatte Anfang des Jahres angekündigt, binnen drei Jahren weltweit 6000 Stellen in der Verwaltung zu streichen. Die Hälfte des Personalabbaus entfällt nach Angaben des Betriebsrates auf Standorte in Deutschland. "Bis jetzt liefert der Vorstand keine exakten Zahlen, welche Tätigkeiten an welchen Orten gestrichen werden", kritisierte Arbeitnehmervertreter Klemm.

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