DaimlerChrysler bietet Finanzierung in China

- Peking - Als erster ausländischer Autohersteller finanziert DaimlerChrysler in China künftig neben Personenwagen auch Lastwagen. Der Konzern eröffnete am Mittwoch in Peking die DaimlerChrysler Auto Finance China (DCAFC), die Autohändlern und Kunden nicht nur Kredite, sondern auch Versicherungen anbieten wird. Die Verhandlungen über geplante Gemeinschaftsunternehmen in Peking und der südchinesischen Stadt Fuzhou für die Produktion von Nutzfahrzeugen dauern noch an.

In der Gründung der Finanzierungsgesellschaft sah der neue DaimlerChrysler-Vorsitzende für China und Nordostasien, Till Becker, einen "Meilenstein" für das Unternehmen, weil jetzt alle Geschäftsbereiche in China tätig seien. Im nächsten Jahr sollen 3000 Kundenverträge abgeschlossen werden. Das Kundengeschäft beschränkt sich zunächst auf die Metropolen Peking und Schanghai, während das Geschäft mit Händlern zusätzlich auf Guangzhou (Kanton) in Südchina ausgedehnt wird.

DaimlerChrysler plant Investitionen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar (1,25 Mrd Euro) in China. Die Verhandlungen mit dem Nutzfahrzeughersteller Beiqi Futian über ein Gemeinschaftsunternehmen in Peking ziehen sich aber hin. "Ich bin zuversichtlich", sagte Becker nur, ohne Details nennen zu wollen. In Fuzhou in Südchina soll ein weiteres Gemeinschaftsunternehmen für Nutzfahrzeuge wie Sprinter, Vito and Viano geschaffen werden, an dem die taiwanesische China Motor Corporation (CMC) und Fujian Motor Industry beteiligt werden sollen.

Beide Partner fertigen bereits in ihrem gemeinsamen Werk South East Motors (SEM) in Lizenzproduktion einen Chrysler-Minivan. Die Anteile des 1997 gegründeten Bus-Joint-Ventures von DaimlerChrysler, Yaxing Benz, in Yangzhou bei Nanjing müssten für das Vorhaben aber übertragen werden. Ausländische Autohersteller in China dürfen nur je zwei Joint Ventures für Personenwagen und Nutzfahrzeuge haben.

Der Absatz von Mercedes-Limousinen stieg in den ersten neun Monaten des Jahres um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, berichtete Becker. Doch waren das in absoluten Zahlen nur gut 11 000 Fahrzeuge. Die Produktion von Mercedes-Limousinen in dem neuen JointVenture-Werk (BBDCA) in Peking mit Beijing Automotive (BAIC) soll mit dem ersten lokal zusammengebauten Wagen planmäßig Ende des Jahres beginnen. Das Jeep-Joint-Venture mit BAIC hat in den ersten neun Monaten 25 500 Autos verkauft - ein Zuwachs von neun Prozent.

Hinter der neuen Finanzierungsgesellschaft in China steckt DaimlerChryslerFinancial Services, die mit einem Vertragsvolumen von 113 Milliarden Euro in 39 Ländern tätig ist. Bislang werden in China durchschnittlich zehn Prozent der Autos finanziert. Wegen anfänglichem Missbrauchs haben die Behörden die Vorschriften wie etwa die Höhe der Anzahlungen auf 20 bis 30 Prozent verschärft.

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