DaimlerChrysler erwartet Verbesserung der Ertragslage

- Berlin - Der Autokonzern DaimlerChrysler erwartet in diesem Jahr eine verbesserte Ertragslage und will den operativen Gewinn in den Folgejahren kontinuierlich weiter steigern.

Auf der Hauptversammlung in Berlin kündigte Konzernchef Dieter Zetsche weiter an, dass der Konzern seine Beteiligung am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS weiter verringern wolle. Man werde aber mit mindestens 15 Prozent ein wesentlicher Anteilseigner von EADS bleiben und dabei auch die deutsch-französische Balance bewahren. In der vergangenen Woche hatte DaimlerChrysler angekündigt, sich von 7,5 Prozent des bislang 30-Prozent-Aktienpakets zu trennen.

Zetsche sieht die Chance, den Absatz in der Mercedes Car Group in diesem Jahr stärker steigern zu können als geplant. Er erneuerte zwar die Prognose, 2006 beim Absatz das Vorjahresniveau zu erreichen. Aber er betonte: "Wenn Sie sich die Verkäufe im ersten Quartal ansehen, dann gibt es auf das Jahr gesehen durchaus eine Chance darüber hinaus." Im ersten Quartal setzte die Mercedes Car Group zwölf Prozent mehr Autos ab. Wie geplant solle 2007 eine Umsatzrendite von sieben Prozent erreicht werden.

Erstmals veröffentlichte ein DaimlerChrysler-Konzernchef sein Gehalt. Im Vorgriff auf die ab dem kommenden Jahr geltende gesetzliche Regelung erklärte Aufsichtsratschef Hilmar Kopper, Zetsche bekomme für 2006 ein Grundgehalt von 1,5 Millionen Euro. Zusätzlich erhalte er bei 100-prozentiger Zielerreichung einen Bonus von 150 Prozent des Grundgehalts (2,25 Mio Euro). Außerdem würden ihm zusätzlich 59 563 Aktien zugeteilt, deren Auszahlung im Jahr 2010 zum dann gültigen Kurs erfolge.

Nach heftiger Kritik an seinem Vorgänger Jürgen Schrempp in den Vorjahren haben Sprecher der großen deutschen Aktienfonds DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche ausdrücklich gelobt. "Wir erwarten einen Ruck, der durchs Unternehmen geht und unterstützen den eingeschlagenen Weg".

Das sagte Pia Hellbach von Union Investment vor rund 7500 Aktionären auf der Hauptversammlung der Konzerns in Berlin. Susan Levermann von der größten deutschen Fondsgesellschaft DWS sagte: "Wir begrüßen es, dass Sie die Geschicke des gesamten Konzerns leiten."

Gleichzeitig warnten die Fonds-Sprecher und Vertreter von Kleinaktionären davor, beim Thema smart "weiterzuwursteln wie bisher", wie es Hans-Michael Schmitz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ausdrückte. Die Aktionärssprecher sagten, es wäre möglicherweise besser gewesen, das smart-Projekt ganz zu beenden und nicht nur den Bau des Viersitzers einzustellen.

Lars Labryga von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) stellte Zetsches Vorgänger Jürgen Schrempp ein "schlechtes Zeugnis" aus. Er forderte gleichzeitig Aufsichtsratschef Hilmar Kopper auf, von seinem Posten zurückzutreten. Schrempp war selbst auf der Hauptversammlung anwesend.

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