DaimlerChrysler gewinnt Prozess um Schrempp-Rücktritt

Klage abgewiesen: - Stuttgart - DaimlerChrysler hat den Anlegerprozess um die angeblich verspätete Mitteilung über den Rücktritt des damaligen Vorstandschefs Jürgen Schrempp gewonnen. Der Autobauer habe die Personalentscheidung rechtzeitig bekannt gegeben.

 Damit begründete das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart seine Entscheidung. Erst nach dem Beschluss des Aufsichtsrates habe das Unternehmen die Insiderinformation gemäß des Wertpapierhandelsgesetzes veröffentlichen müssen. Die Vorabgespräche über das vorzeitige Ausscheiden von Schrempp seien dagegen nicht adhoc-pflichtig gewesen.

Hintergrund des Zivilverfahrens war die Klage von zehn Anlegern gegen DaimlerChrysler. Dem Stuttgarter DAX-Unternehmen hatten die Anleger vorgeworfen, die adhoc-Mitteilung über den geplanten Rücktritt von Schrempp am 28. Juli 2005 zu spät veröffentlicht zu haben. Nach Veröffentlichung der Mitteilung war die DaimlerChrysler-Aktie um bis zu zehn Prozent gestiegen. Wären sie eher informiert gewesen, hätten sie ihre Aktien nicht - wie geschehen - kurz vor der Mitteilung verkauft, hatten die Kläger argumentiert.

Der Prozess gilt als das bundesweit erste Verfahren nach dem neuen Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz. Ziel des Gesetzes ist es, derartige Prozesse zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

EU-Zölle: Harley-Davidson verlagert Produktion aus den USA
Milwaukee (dpa) - Harley-Davidson wird wegen der EU-Vergeltungszölle auf amerikanische Waren einen Teil seiner Produktion aus den USA verlagern.
EU-Zölle: Harley-Davidson verlagert Produktion aus den USA
Bußgeld von VW: Dafür sollen die Milliarden ausgegeben werden 
Was tun mit dem Milliarden-Bußgeld von VW? Niedersachen hat jetzt bekannt gegeben, wohin das Geld fließen soll. 
Bußgeld von VW: Dafür sollen die Milliarden ausgegeben werden 
VW-Milliarde soll in Internet und Unikliniken fließen
Hannover (dpa) - Das Land Niedersachsen will das Milliarden-Bußgeld von VW vor allem in den Ausbau des schnellen Internets und die Unikliniken in Hannover und Göttingen …
VW-Milliarde soll in Internet und Unikliniken fließen
EBA: Banken unzureichend auf harten Brexit vorbereitet
London (dpa) - Viele Banken sind nach Einschätzung der EU-Bankenaufsicht EBA nicht angemessen auf einen harten Brexit vorbereitet: "Die Zeit für die erforderlichen …
EBA: Banken unzureichend auf harten Brexit vorbereitet

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.